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KopernicuS,
Außerhalb dieser sieben Planeteusphären um das Ganzeein Firmament, an welchem die übrigen Sterne wie Nägel festangenagelt standen: dies die achte Sphäre. Die ersten siebenwaren durchsichtig und beweglich. Die achte mit den Fixsternenundurchsichtig.
Das Ptolemäische System gewann für lange Zeit allgemeineGeltung. Mohamed im Koran stellte es als von Allah selbstbestätigt, als religiöses Dogma auf. Die spätere christliche Zeiterkannte durch strengere Wissenschaft und geläuterte Begriffe vonGott als Welten schöpfer in dieser Erde nur einen der noch un-gezählten Weltkörper; die leuchtenden Fackeln am Himmel des Al-terthums wurdeu durch Jahrhunderte der Beobachtung, die wiederauflebende Wissenschaft, durch die Astronomie aus blos ele-mentaren Lichtern und Fackelsternen, ans mystischen Schicksals-Wahrsagern der Sterblichen, wie sie in den Kalendern aufgeführtwurden, zu planetarischen Weltkörpern.
Diesen Fortschritt, der die ganze Welt der Wissenschaft um-gestalten sollte, führte das Kopernikanische Sonnensystemherbei. Die Sonne bildet den Mittelpunkt, um den sich alle Pla-neten drehen, nicht die Erde. Kopernikus hinterließ (f 1543)die weitere Ausführung seines großen Grundgedankens der Nachwelt.Kepler sf 1631), Galilei uud Newton (f 1727) haben dasKopernikanische System erst recht begründet uud erweitert, uuddurch die Erfindung der Teleskope ist es ermöglicht, immer tieferin die Geheimnisse des Firmaments einzudringen. Die Erwei-terung der Planetenwelt ist schon oben berührt. Die Zahl derbeobachteten und berechneten Kometen nimmt fast mit jedem Jahrezu. Die Zahl der Fixsterne ist durch die genauesten Beobachtun-gen und Revisionen uud Versuche von Verzeichnissen von La-lande, Lacaille, Bessel, Argelander , Lamont u. A. be-stimmt. Man hat die Orte der Sterne am Himmel auf Tabellenund Karten eingetragen und Sternkataloge angelegt. Viele Hun-