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Erde und Mensch.
reiche. In dieser Hinsicht ist sie Gottes Schöpfung, ein Inbe-griff höchster Zweckmäßigkeit, Schönheit, Vortrefflichkeit — eineGotteswelt! eine Offenbarung göttlicher Weisheit in der Form einersichtbaren Welt. Das hat David im 104. Psalm meisterhaftdargestellt, ein gottbcgeistertcr Sänger!
In Beziehung auf ihre vernunftbegabte!? Bewohner, ist sieuicht mir der Boden, die Wiege, der Wohnort, sondern anch dasErziehungshaus, die große Erziehungsanstalt des Menschengeschlechts.Dies geht für den Forscher aus der Geschichte der Menschheit,aus das entschiedenste hervor. Für die Erde als Planet eröffnetsich außer dem Natnrdasein hierdurch aber eiue weit höhere Be-stimmung: ihr Einfluß auf die geistige Welt. Diese ethische, d.h.sittliche Bestimmung, zeichnet den Erdkörper charakteristisch aus vorallen andern uus bekanuteu Körperu der sogenaunten unorgani-sirten und der organischen Naturen. Nur der Mensch hat nochden Vorzug seiner ethischen (sittlichen) Bestimmung, die wir beiThier uud Pflanze vermissen, oder doch nicht nachweisen können.Nur dem menschlichen Körper, der Menschengestalt, ist also nochderselbe analoge ethische Charakter mit seiner Erde gemeinsam.Aber, jedesmal nur für ein Individuum und ein menschlichesLebensalter; der Erde aber, die immer Jahrtausende fortbesteht,dauert die ethische Bestimmung auch für alle Individuen auf ihrund für alle Lebensalter der Völker fort — bis auch dereinst dieErde selbst das Ende ihres Daseins und ihr uns unbekanntesZiel erreicht haben wird!
Einer solchen höheren Bestimmung gemäß mußte die Erdevon ihren: Entstehen und Werden an auch eingerichtet, also höherorganisirt sein. Denn einem bloßen Zufall, einer blos materiellenWirkung von Naturkräften konnte die Grundanlage zu einer sol-chen Bestimmung, die in das Hauptthema der Weltgeschichte ein-greift, nicht überlassen sein. Sie kann nur das Werk der gött-lichen Vorsehung sein. Es ließe sich leicht eine Anordnung der