Der große Gestade-Gürtel.
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berei sind heißer als Florida und Neu Orleans ; Congo undBenguela sind heißer als Brasilien , und doch liegen alle ver-gleichungSweise aufgeführten Länder unter gleicher astronomischerBreite.
Ein analoges Verhältniß wiederholt sich an den WestgestadcnAmerikas. Das nördliche Californien ist wärmer als das ihmin gleichen Parallelen gegenüberliegende Japan, Korea und Pe-king . Doch sind bei diesen schon complicirten Verhältnissen auchandere Factoren wirksam, wie Winde, Meeresströmungen, Hö-hen u. s. w., die wir späterhin erst zu berücksichtigen haben.
Beide Erdhalben sind also, wie wir sahen, ganz verschieden-artig. Aber zwischen beiden findet, auf der breiten Grenzzonebeider, welche wir den großen Gestade-Gürtel des Erdballs nennen,eine beständige Wechselwirkung und Ausgleichung statt. Er durch-schneidet vom Cap der Guten Hoffnung Südafrikas im Nordostender Mozambiqne-Straße den Acqnator unter einem Winkel von45", und begreift die Süd-, Südost- und Ostgestade von ganzAsien über China, Korea und Japan bis Süd-Kamtschatka. Dannwendet sich sein Kreisbogen wieder südostwärts, als Längenbe-gleiter des ganzen Westgestades von Amerika bis Chili, und zurSüdspitze Amerikas , die hier den Beschluß aller continentalenBildungen macht. Die breite Zone dieses Gestadegürtels ist nuran zwei Stellen unterbrochen: in der Behringsstraße und imSüdostocean zwischen Patagonien und Südafrika, in ihrer größtenAnnäherung an die Nord- und Süd-Polarwelt. Sie hat eineanaloge Weltstelluug wie die gemäßigte Zone zwischen den heißenund kalten Klimaten. Sie theilt den Charakter der Land- undWasserwelt und genießt die Vortheile beider. Aber sie liegt nichtconform mit den Parallelkreisen, sondern in diagonaler Richtungum den Erdball in der Richtung der Ekliptik. Sie vermitteltdie Schroffheit der Gegensätze. In ihr liegen die wechselndenSee- und Landwinde, die Striche der Monsune, die am reichsten