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Geschichtlicher Gegensatz.
begabten Gestadeländer im größten Kreise um den ganzen Erd-ball. Es zerlegt sich dadurch die Gesammtoberfläche des Erdballsin seine drei Haupttheile, die beiden Contraste von starrer oderrigider und flüssiger oder liquider Oberfläche, und ihre Ausglei-chung durch den großen und breiten Gürtel des vielfach geglie-derten größten Gestadelandeö der Erde. In diesem ist die Kli-matik die mannigfaltigste, wechselndste, anregendste, productions-reichste in Pflanzen-, Thier- und Menschenwelt. Die Atlan-tische Gestadezone von mehr partieller Bedeutung für die sichgegenüber liegenden Küsten der Alten und Neuen Welt hat eineden großen Gestadegürtel kreuzende Hauptdirection von Nordennach Süden.
Wenu durch den Gegensatz der Wasser- und der Landweltso große klimatische Verschiedenheiten von mächtigstem Einflußauf die Entwickelung des organischen Lebens hervortreten, somußte jener Contrast auch das Leben und Weben der Menschenund Völker in ganz verschiedenen Formen und Entfaltungen zurErscheinung kommen lassen. Dies gilt schon von ihren Naturzu-ständen. Der Bewohner der Wasserwelt war nur auf seinenächste Nachbarinsel angewiesen, ans ihrem beschränkten Kreisewar sein eigener Genius ihn zu befreieu nicht im Stande. Mehrnoch ergiebt sich ein Unterschied in den Cnltnrgeschichten derVölker, die einen ganz entgegengesetzten Gang der Entwickelunggenommen haben.
Die an einander gedrängte Landwelt mußte sich zuerst an-regen, entwickeln, cultiviren, die Wasserwelt Jahrtausende längereinen Haufen roher Völkergruppen beherbergen, bis die Schisf-fahrt entdeckt und die Weltschifffahrt vervollkommnet war. Erstdann konnte sich ein traditionelles Band der Civilisation um alleVölker auch der Wasserwelt schlingen. Erst der Enropäer mußtein der Australischen Inselwelt seinen Antipoden Cultur bringen.
Nur eine dunkele Ahnung konnten die Alten von solchen all-