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Aelteste Culturlander.
Natnrproductionen verschiedener Länder nnd Klimate, sowie dieTraditionen der wichtigsten Ideen, gingen von dem Innern derAlten Welt erst nach ihren Peripherien und Extremitäten aus.Die Art dieses Fortschreitens und Verbreitens, wie es die Ge-schichte verfolgt, bietet anch ein geographisches Phänomen zur Be-obachtung dar, welches vom allgemeinsten Gesetze der Raumver-theilnng, von der Weltstellnng der Erdtheilc selbst nothwendig be-dingt ward. Ohne diese würde der Weltgang ein ganz anderergeworden sein. Nicht von den äußersten Gliedern etwa im Norden,Osten, Süden oder Westen nahm dies Phänomen seinen Ausgang.Es trat ans der geographischen Mitte hervor, aus dem Conflictdes Orients, des Südens und des Occidents.
Westasien, Nordostafrika, Südosteuropa wurden die erstenund ältesten Culturländer der Erde, denen die Völker der übri-gen Erdbreitcn das Licht, wenn schon durch die zweite unddritte Hand verdanken. Es ist die geographisch begrenzte Erd-strecke von Hochindien bis Griechenland und Italien , nnd amNil Aeghptcns über den Euphrat und Tauais bis zum Oxusstromim Baktrischen Lande. Die größte räumliche Annäherung der dreiErdtheilc der Alten Welt bildete sich aus zum classischen Bodender Weltgeschichte, durch füus tiefe Meereseinschnitte merkwürdiggegliedert. Es hat derselbe auf alle Hauptbegebenheiten des Men-schengeschlechts, auf Wanderungen der Völker und Ansiedelungen,aus Verbreitung der Menschenracen oder Varietäten, der Sprach-stämme, der Völkergeschlcchter, der religiösen Culte, der großenKriegesgeschichten und der Staaten Meine den verschiedensten Ein-fluß geübt. Dcu historischeu Erscheinungen aller Jahrtauseudeliegt dieser Erdraum wie eine charakterisirende Folie unter, diejeder derselben ihre räumliche Gestaltung und einen eigenthümlichenSchein giebt. Das Verhältniß seiner Weltstellnng wird im Gangeder Cultureutwickelttttg, wenn anch nicht mehr so hervorragend,wie in der Periode der Vorwett, doch zu alleu Zeiten von cincm