A-lteste Kulturländer,
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vorwagenden Einflüsse bleiben. Er verdient daher durch seinenalten bewahrten Adel unstreitig vorzugsweise eine sorgfältigste geo-graphische Erforschung, sorgfältiger als sie ihm gewöhnlich bisherzu Theil geworden ist. Bietet die junge aufsprossende Saat derLänder in Westamcrika und Australien für den Fortschritt derNaturwissenschaft und Physik der Erde ein überwiegendes Inter-esse dar, so dieser classische Boden der alten Welt für die Historie.Die Planetenstellen, wie Indien, Aegypteu, Palästina, Griechen-land und andere werden in Rücksicht des geistigen Uebergewichtesihres historischen Elementes, durch alle Geschichtsperioden als dieausgezeichnetsten räumlichen Individualitäten iu der Plastik desErdballs ihre Bedeutung auch sür die andern Erdtheile und dieNeue Welt behaupten, gleich den hervorragenden BiographienPlutarchs , die ewig gültige Musterbilder in der Geschichte sind. Dar-aus geht auch der wesentliche Unterschied einer methodischen Behand-lung der alten Geographie, die es mit diesem classischen Bodenzu thun hat, von der Geographie des Mittelalters hervor. Dieletztere, obschon eines erweiterten Erdkreises bedürftig, hat nochnichts mit dem generellen Ucberblick des ganzen Erdenrunds inseinem Wcltzusammcnhange zu thun, in welchem nun erst die Physikder Erde in der höchsten Bedeutung ihrer grandiosen Natnrformenund Mustertypen, so wie in deren Causalzusammenhange, auf Naturund Weltgeschichte in Vergangenheit, Gegenwart, selbst für die Zu-kunft zur Sprache kommen muß iu der allgemeinen vergleichendenErdkunde der Gegenwart. Denn für die Zukunft beginnt dieErde schon jetzt anderen Umgestaltungen ihrer Verhältnisse ent-gegenzugehen.
Von diesen allgemeinen Grundzügen gehen wir nun zu derConfiguration oder der Gestaltung der Erdoberfläche selbst über,zu deren tieferer Auffassung ihrer Verhältnisse wir nnn schoneinigermaßen vorbereitet sein werden.