Ebenen.
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Ebene, die lombardische Po-Ebeue haben immer noch bedeutendeSenkungen, wenn sie auch dem Auge des Beschauers horizontalerscheinen. Demi Mailaud liegt noch 400' über dem Adria-Meere,wohin sich die Ebene hinabsenkt, obgleich sie bei dieser Stadtund im mittlern Polaufe dem Auge als volle Horizontalsläche er-scheint. Pesth ist noch immer 215' über dem Meere, wenn schondie Senkung der ungarischen Ebene bis zum schwarzen Meere demAuge fast unmerklich ist. Und die größten Ebenen am Amazonen-strome, auch die berühmten Llanos am Orinoco , die A. v. Hum-boldt ebeneu Meeresflächeu vergleicht, haben doch uoch ihre be-deutenden Senkungen von West gegen Ost. Die Mitte dieserAanos im Nordwesten des Orinoco fand er, bei der Stadt Cala-bazo, 100 geogr. Meilen vom Meere, freilich nur 180 Fuß überder Meeresfläche, also weit niedriger als die Ebene bei Mailand und Pesth, aber doch noch keine absolut horizontale Ebene. Beidegrößte Horizontalebenen sind es aber nur darum, weil sie trockeugelegter Meeresboden sind. Wie die lombardische Ebene einstlängs dem Bassin des Polaufes aus dem Adria-Mcere überfluthetwurde als die Wogen uoch bis an die Cottischeu Alpen und dieApenninen schlugen; eben so niedrig liegt das Meeresnfer ander Mündung des Oriuoco uud Essequebo, uud die AtlantischeFlnth konnte einst durch das ganze Bassin der Llanos westwärtsohne Hemmung, längs der ganzen Sierra de Venezuela im Nor-den und der Sierra de la Parime im Südeu bis an das Cor-dilleren-Gebirge von Merida und Pamplona hinflnthen.
Niedernugeu uud Erhebungen bilden also überall die Uneben-heiten auf der Erdoberfläche. Beide ragen über den Nullpunktder Meeresfläche') hervor, und dies ist ihre absolute Höhe. DieDiffereuz ihrer Erhebungen, in der sie gegenseitig unter einander
') Die ideale Verlängerung des Meeresspiegels, wie solcher unter demLande sich sortsetzen würde, liefert die eigentliche Grundflache, von deralle Messungen ausgehen.Ritter allgem, Erdkunde. 6