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Relative und absolute Höheu.
stehen, nennen wir ihre relativen Höhen. Beide geben die Re-liefformen der Erdoberfläche. Die absoluten Höhen über demMeeresspiegel oder dem Horizont des Oceans können auf ver-schiedene Weise gemessen werden. Liegen sie unmittelbar amMeere, so sind sie dnrch einfache Winkelmessungen leicht zu be-stimmen. Je großer ihr Abstand vom Meere, desto schwieriger dieMessung. Nnr durch längere und comvlicirtere Operatiouen durchNivellements, durch fortgesetzte Reihen trigonometrischer oderWinkel-Messungen; durch das Barometer zur Abwägung der überihnen sich erhebenden Luftschichten, oder durch deu Apparat mitkochendem Wasser, dessen Siedepunkt in verschiedenen absolutenHöhen verschieden ist, sind absolute Höheu zu ermitteln. Ueberdiese Methoden giebt die Physik vollständige Lehre.
Da die Bestimmungen der absoluten Höhen in den frühernZeiten fast ganz unbeachtet geblieben, und ihre genauesten Ermitte-lungen oft sehr schwierigen Messungen und Berechnungen unter-worfen waren, so sind fast alle Höhenangaben in den frühernJahrhunderten (wenige, wie die vou La Coudamine, Saussure und de Luc in deu Cordillereu und Schweizer AlM ausgenom-men) nur Schätzungen relativer Höhen gewesen. Alle unwissen-schaftlichen Reisenden ohne Meßinstrumente konnten nnr relativeHöhen abschätzen, nnd da diese mit den absoluten größtentheilsverwechselt wurden, so sind dadurch iu die frühern Beschreibungensehr viele Irrthümer verbreitet worden. Erst in der neuern Zeitist die Hypsometrie wissenschaftlicher betrieben worden.
Um diesen Irrthümern nnd dem schwankenden populärenSprachgebrauch, der bei so vielen geographischen Ausdrücken indie compcndiarische Beschreibung" eingedrungen ist, zu begegnen,folgen wir einer bestimmten Terminologie, die bis jetzt freilich nochwilltührlich genannt werden muß, weil die dazu nothwendigenMessungsrcsnltate noch viele Lücken anszufülleu übrig lassen, dieaber durch Vervielfachung der Messungen einer fortschreitenden