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Gebirge und Plateau?.
halb kleiner Distanzen, im Gegensatz kleiner Differenzen oderGleichmäßigkeit der Specialhöhen innerhalb großer Distanzen, wasden Charakter der Plateanmasscn ausmacht. Die Plateanbildnngin ihrer Continuität ist Erhebung der Erdrinde mit vorherrschen-der Gleichheit oder Einförmigkeit der Oberslächenräumc. DieGebirgsbildnng ist wieder das gerade Gegentheil, nämlich Erhebungderselben zu eiuer fortgeschritteuen mannigfaltigsten Entwickelung,zur Individualisirung der Erdlocalitäten. Man kann sie alsonicht blos als einen verschiedenen Typus der Hochländer undPlateauläuder ansehen. Hier treten Erhebungen langer Berg-linien als Ketten mit Gebirgsjochen, in Aesten und Verzweigungen,Vorbergen aller Art, mit ihren individuellen Bcrgpunktcu alsKuppen, Kegel, Piks hervor. Und diese steigen von den niedernzu den mittlern und meilenhohen Niesenhöhen auf.
Und wie diese sich heben, so stürzen gleichzeitig zwischen ihnendie Senkungen und Tiefthälcr hinab; je höher die Ketten undGipfel, desto tiefer die Spalten und Schluchten, die Thäler undalle Arten von Einsenkungen und Abgründen. Den Ricsengipfelnder Alpen entsprechen die Felstiesen der Alpcnthäler mit ihrenThalengen oder Seefüllnngen — den noch kolossaler«! Felshörnernder Cordilleren ihre steilen Barrancos in Süd-, und die Canonesin Nordamerika . Die Thäler bilden den Gegensatz der Hochge-birgsgipfel. Sie haben so. wenig den Charakter des Niederlandcsder Erde, wie jene die Einförmigkeit der Plateanlandschaften theilen.Es sind plastische Gestaltungen eigenthümlicher Art, wenn schonunendlicher Mannigfaltigkeit. Das Hochgebirgslaud hat auf ver-hältnißmäßig kleinstem Raume eine doppelte Naturfüllc von For-men und Bildungen aller Art beisammen und vereinigt die Con-traste des Hochlandes und der Niederung. Die Gebirgsläuder,die Hochgebirgsländer, das Alpenland erhielten wichtige Functionenin dem Haushalte der Natur, in der Geschichte und Entwickelungder Völker zu erfüllen und andere als in monotonen Plateau-