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Allgemeine Erdkunde : Vorlesungen an der Universität zu Berlin gehalten / von Carl Ritter
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Höhe der Gebirge.

Da aber fast alle Berge der Erde sehr viel niedriger sind,so wäre selbst ihr Gesammtvolumen noch von keiner für dasGanze großen Bedeutung. Denn durch Rechnung ist gefunden,daß man aus der Dicke dieser äquatorischcu Anschwellung schondas ganze Relief der Erde (seinem Volumen nach) erhöhenkönnte, ohne auch nur die polare Abplattung dadurch ausfüllenzn können.

Vom generellen Standpunkte aus erscheint die also abnormeBergerhöhung der Erdoberfläche so unbedeutend, daß man sie wohlschon früher mit bloßen Runzeln der äußern Oberfläche eiuerApfelsiue verglichen hat. Richtiger aber verglich sie Dolomienmit den noch viel geringern Rauhigkeiten au der Oberfläche desHühnereies.

A. v. Humboldt hat für allgemeine kosmische Zwecke, um denSchwerpunkt des Volumens der Länder zu fiuden, welche im jetzi-gen Zustande unsers Planeten sich über den Ocean erheben, sehrmühsame Berechnungen angestellt, uud gezeigt, daß mau früherhiuein viel zu großes Gewicht auf die Berghohen bei allgemeinen pla-netarischen Betrachtungen gelegt hatte. Genaueste Forschungen zeig-ten ihm, daß die Summe aller Berge Frankreichs , wenn man ihreMasse gleichmäßig über ganz Frankreich vertheilen könnte, dessenganze Oberfläche doch nicht um mehr als zur mittler» Höhe von816 Fuß über dcu jetzige» Meeresspiegel erhebe» würde. AlleBerge Europas , auf gleiche Weise über diesen Erdtheil verbreitet,würden ihn nur um 630 Fuß erhöhen. In Asien würde dieErhöhung auf 1080 Fuß, iu Nordamerika auf 702 Fuß, inSüdamerika , wo die gewaltigen Cordilleren eintreten, bis auf1062 Fnß steigen. In allen vier Continenten zusammengenommenwürde die Gesammterhöhung nur 947 Fuß über den Meeresspiegelbetragen.

Auch daraus geht das im Ganzen doch sehr geringfügige Vo-lumen der ganzen Summe aller absoluten Erhabenheiten der Erd-