Größe der Gebirge.
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rinde hervor, so bedeutend auch die relativen Höhen derselben Er-habenheiten in ihren individuellen Vertheilungen ans die verschie-denen einzelnen Localitäten der Erde erscheinen mögen.
Dennoch verdient die Naturform der Gebirgslandschaft alsRaumfüllung der Erdoberfläche ganz besondere Betrachtung, dasie nach allen Richtungen hin uugcmein einflußreich für Natur undMenschen bleibt, und weil in ihr auch allein die innere Structurder festen Erdkruste ihren Aufschluß findet.
Einzelne Berge, wenn auch von bedeutender Höhe nnd Um-fang, wie der Aetua, Besnv, Pick von Teneriffa nnd viele Vnlkan-kcgel, sind noch keine Gebirge. Auch wenn sie ohne Verbindungin größerer Zahl regellos wie Maulwnrfshanfen auf einer Wieseneben einander liegen sollten, würde man das nur Hügel- oderBcrgland nennen, aber noch kein Gebirge, kein Gebirgsshstem.Schon die Sprachform, ans Rednplication eines Gemeinsamenhindeutend (wie bei Gesenke als ein zusammenhängendes Sinken),bezeichnet auch nothwendig ein zusammenhangendes Ganze vonHöhen.
Die Größe der Gebirge kann sehr wechseln; und eine be-stimmte Größe ist nicht gegeben; doch mögen wenige Gebirge sein,die unter 5 Meilen Länge und unter 1500 Fuß Höhe diesen Na-men erhalten hätten. Noch andre Nebenverhältnisse tragen dasIhrige zur Bestimmung dieses Begriffes bei, wie ein Gebirgsrücken,oder Kamm, der das Ganze znr Einheit verbindet (eine Wasser-scheide schon weniger, obwohl man eine solche dabei voraussetzt);das Gestein, der Fels, woraus das Gebirg besteht; den» schouder Ausdruck Berg ist im Altdeutschen noch gleichbedeuteud mitFelsgestein, im Gegensatz lockerer Erde (in der Bergmannssprache„tauber Berg"). Sanddünen, wenn sie auch, wie in Holland ,in langen und hohen Reihen, oft ans der Ferne wohl wie Bergeauf einander folgen, oder bloße meist künstliche Erdhngcl, wie dieTells in den syrischen Steppen, oder andre Anhöhen, selbst bis