Neptunische Niederschlage.
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gebirge, die Katakekaumene (Brandland) in Kleinasien und Hau-ran, Island , Theile der Cordillerenkette, der Sundischen, derSüdsee-Inseln u. s. w., der Bogdo-ola und seine Vulkanreihe imThianschan.
Aber auch andere Naturkräfte als das Feuer konnten Ge-birgs--uud Plateauländer umgestalten, Meeresbedeckungen mit ihrenNiederschlagen, Schlammmassen, Thon-, Lehm-, Sandmassen inhorizontalen Schichten oder Flötzen sie überlagern. Auch dieseneptuuischen Niederschlage konnten in verschiedenen Periodensich wiederholen. Die ältesten dieser neptunischen horizontalen Nie-derschläge wurden durch die Plateaubildungen auf ihrem Riickeuzu größern Höhen emporgehoben, wo sie sich leicht in ihren Schich-tungen mit wenig Veränderungen erhalten konuten. Aber auchauf den Erdspalten emporquellender Gebirgszügc konnten Frag-mente des früheren MeereSgruudcs und der neptunischen Erddeckensammt ihren Thieren und Meerpslanzen, die in ihren Schlamm-schichten herbergten, mit auf ihrem Rücken zu deu kolossalen Hö-hen emporheben, wo sie nun durch Hitze und Erstarrung in Petre-facten verwandelt in vielfach zerrissenen Parzellen und Meta-morphosen den Besteiger der Hochgipfel in Verwunderung setzenkönnen. So wurdcu Kreidelager mit ihren Muschelresten undInfusorieu aus den höchsten Gipfeln der Anden durch A. v.Humboldt und L. v. Buch beschriebe», wie sie vou Ehrenberganderwärts in weiten Flächen der Niederungen und des Mecr-bodeuö gefunden sind.
Andere frühere uud spätere neptunische Niederschläge sind iuihrer aufäuglicheu Lage auf dem Meeresgrunde, oder in den Nie-derungen der Erde zurückgeblieben. An solchen Stellen besteht dieErdkruste aus horizontalen oder nur sanft geneigten Schichten,sogenannten Flötzen, als secundären nnd tertiären Ge-stein slagern, die ihren neptunischen Ursprung nicht verleugnenkönnen, wie die Kalk-, Thon-, Sand-, Mergel-, Ghps- nnd