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Mittellauf.
des mittlern Laufes sehr häufig auf das bestimmteste nachweisen,daß sie einst weite Seen waren, die jetzt als trockengelegte Beckenmit horizontalem Boden erscheinen. So z. B. ist es nachzu-weisen im Rheinthal von Basel bis unter Straßburg zum Bast-berg, uud wieder von Ladenburg iu der Pfalz bis Biugen. Sofür die Donau vou Ulm bis Passau, Linz und Klosterneu-burg , und von da wiederholt sich dieselbe Bildung noch einmalvon Pesth bis unterhalb Semlin, bis zu den Stromengen vonOrsova. So zeigt sich der mittlere Lauf der Wolga von Twer an ostwärts bis zum Westural uud südwärts bis Saratow undKamyschin, wo sie den Obstschei-Shrt durchbricht, als das trocken-gelegte, gleichartige Bett eines alten Seebodens. An den genanntenSeebecken finden sich wegen Gleichheit derWirkungen die überraschend-sten Gleichheiten der Bildung der Erdräume, zumal an ihren Gren-zen, Ein- und Ansgäugen. Ebenso verhält es sich im mittlern Laufedes Ganges, Indus, Envhrat und der Amerikanischen Ströme.Ja das unentwickelte Stromshstem des Lorenzo in Nordamerika hat diesen Zustand einer Vorzeit noch mit in die Gegenwartherübergenommen. Da sind solche Seenreihen, die in den Ebe-nen des Mittelrheins, der mittlern Donau und des mittlernRußland jetzt die fruchtbarsten Fluren bilden, noch jetzt vorhandenin den fünf großen Bassins des Obern Sees, des Michigan -,Huron-, Erie - und Ontario-Sees. Sie constitniren da noch denmittlern Lauf des Stromes selbst, und ein Seebecken ergießt sichda unmittelbar in das andre durch bloße Stufen und Wasserstürze,große Katarakten, die in dem Mittellauf anderer Ströme jetzt fehlen,wenn sie auch einst vorhanden wareu. Erst wenn die Wasser-fälle abnehmen, kann das Gefälle nach und nach gleichförmigerwerdeu. Die Gleichförmigkeit der Stromgefälle ist daher Zeichenihrer fortgeschrittenen Entwickelung. In ihnen bleiben nur Strom-schnellen statt der Wasserfälle übrig. Die Abnahme der Wasser-