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Europas Weltstellnng.
die alte Zeit dem in sich reich gegliedertsten Peninsularsysteme deralten Welt, Griechenland , in der Blüthezeit die Seeherrschaftdes beschlossenen Mittelmeeres zu Theil werden konnte. Reiche,überreiche Begabung ist als dauernde Mitgift dem Minimum derExpansion unter dcu drei Erdtheilcn der Alten Welt zu Theilgeworden, dein kleinsten ihrer individuell gesonderten Erdränme.Hieraus leuchtet die providentielle Stellung Europas im Contactmit der übrigen Welt von selbst ein. Europa , obwohl im Cen-trum der continentalen Nordostwelt, ist demnach doch von der ma-ritimen Seite der Erde, von der Wasserhalbkugel her, am zugäng-lichsten geworden. Oder mit andern Worten, seine Länder undVölker sind nnter den drei Erdtheilen der Alten Welt am meistenmit dem Meere in Verbindung getrcteu, weil sie am meisten unduuuuterbrochensten mit ihm in natürlicher Berührung stehen.
So zeigt sich der charakteristische Typns, der Europas Plastik vom Beginn der Erdschöpfung mit eingeprägt war. SeineWeltstellung konnte von deu Alten noch nicht begriffen werden, daihnen die Hälfte des Erdtheils noch in wüster Dämmerung lag;nur durch Erfahrung, ein Ergebniß der fortgeschrittenen Civilisation,die Vergleichung mit den andern Erdtheilen, konnte diese Einsichterlangt werden. Viele wichtige Verhältnisse ähnlicher Art schlum-mern noch im Erdball, die erst in spätern Zeiten zu Tage tretenkönnen. Die Erde als Planet ist nur ein großes Samenkornvom Weltschöpfer auf der Sonnenbahn ausgestreut, mit alle»Keimcu einer unendlich reichen Entfaltung uud Entwickelung be-gabt, um zu seiner Zeit einer großen Znknnft entgegen zu reifen.
Was wir jetzt wahrnehmen, sind nur Elemente, unser Wissennur Stückwerk, aber'auch dieses uicht ohne Bedeutung für dieBetrachtung.
Daß Europa in jeder Hinsicht vielartiger, zertheilt, gegliedertvom Meere umspult wird, ist für seine ganze Völker-, Staaten-nnd Menschengeschichte von dem entschieden förderndsten Einflüsse