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Die Geldvermehrung im Weltkriege und die Beseitigung ihrer Folgen : eine Untersuchung zu den Problemen der Übergangswirtschaft / von Robert Liefmann
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Ausdruck bringen wird, hängt voll seinem Ertrage ab: der Absatzkann unter Amständen so nachlassen, daß es sich für ihn nicht lohnt,eine entsprechende Preiserhöhung vorzunehmen. Bei freier Kon-kurrenz werden Kostenerhöhungen in der Regel im Preise vollzum Ausdruck kommen, weil der Preis hier Grenzkosten plus tausch-wirtschaftlicher Grenzertrag ist, also ohne Kostenverbilligungen nichtweiter sinken kann. Bei Kostenermäßigungen kommt viel darauf an,ob sie bei allen oder nur bei einzelnen Anbietern eingetreten sind.

Was die Preisveränderungen von der Nachfrageseite herbetrifft, so ist ein besonderer Fall der des Anwachsens der Be-völkerung. Es steigert die Nachfrage, aber unter Amständenauch das Angebot, von Arbeitskräften usw. Im ganzen aber istdie Bevölkerungsvermehrung zweifellos ein preissteigerndes Mo-ment, besonders auch in den großen Städten, wo die Versorgungeiner wachsenden Bevölkerung regelmäßig nur mit wachsendenKosten möglich ist.

Das Aufkommen neuer Bedürfnisse führt auch meistzu Preis- und Einkommensteigerungen. Bei Bedarfs Verschie-bungen, z. B. unter dem Einfluß der Mode, werden auch diegestiegenen Einkommen meist die gesunkenen übertreffen, die Ein-wirkungen auf die Preisbildung im allgemeinen sind aber hierweniger bedeutend.

Bei den Preisveränderungen von der Angebotsseite auskommen zunächst Kostenerhöhungen in Betracht. Hier übtvor allem das übrigens rein technische Gesetz des abnehmen-den Bodenertrags preissteigernde Wirkungen aus, nicht nur inder landwirtschaftlichen Produktion, sondern auch beim Boden alsGrundlage der Wohnung. Die hohen Boden- und Käuserpreisein großen Städten sind aber natürlich die Folge, nicht die Arsachehoher Mietpreise. Es sind relative Monopol-, Differential-gewinne.

Bei den Kostenverbilligungen ist der Äauptfall der destechnischen Fortschritts im weitesten Sinne, auch z. B. allekommerziellen Verbesserungen u. dgl. mit in Betracht gezogen.Gegen die Behauptung Spanns, daß durch die so für mancheGüter erzielten Kostenverbilligungen sich die Preise aller anderengesteigert hätten und daß daraus die Teuerung vor dem Weltkriegezu erklären sei, sprechen folgende Gründe, die bewirken, daß voneiner allgemeinen Wirksamkeit dieser Erscheinung keine Rede66