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Die Geldvermehrung im Weltkriege und die Beseitigung ihrer Folgen : eine Untersuchung zu den Problemen der Übergangswirtschaft / von Robert Liefmann
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d. h. Einkommen, man zur Verfügung hat, man um so mehr aufdie Befriedigung jedes einzelnen Bedürfnisses verwenden kann.Eine Theorie ist diese Beobachtung aber ebensowenig wie jene.Von einer Proportionalität kann dabei schon um deswillen keineRede sein, weil die Bedürfnisse niemals und unter keinen Um-ständen meßbar und äußerlich ausdrückbar sind. Für den ganzen-Tauschverkehr und die dabei verwendete Geldmenge, für die jadie Quantitätstheorie gelten soll, ist zu sagen, daß überhaupt nichtdiese Geldmenge, auch wenn man sie nach Fisher mit dem großen T,dem ganz unfaßbaren Begriff der Amlaufsgeschwindigkeit desGeldes, multipliziert, die Güter kauft, sondern die Einkommen,die aber nicht reale Geldmengen, sondern in der abstrakten Nech-uungseinheit Mark nur veranschlagte und individuell geschätzteGrößen sind.

Ebensowenig ist etwas damit gewonnen, wenn einer der fort-geschrittensten Geldtheoretiker, Otto Äeyn, dem zur Begründungseiner zum Teil sehr richtigen Einsichten in das Geldwesen erist lange vor Knapp einer der ersten Nominalisten gewesen nureine richtige allgemeine Wirtschaftstheorie und die Erkenntnis derZusammenhänge der Preisbildung fehlt, den Einfluß der Geld-Vermehrung auf die Preise nur mit einem abnehmenden Ver-trauen der Bevölkerung zu dem staatlichen Gelde erklärt. DerStaat verkaufe gewissermaßen sein Geld, und je mehr er davonherstelle, um so welliger werde es geschätzt, um so mehr müsse zu-nächst er selbst bei seinen Einkäufen davon geben, um so mehr aberauch später alle anderen, die es erhalten. Auch hier sehen wir,sogar bei einem der ältesten Nominalisten, die übliche Überschätzungder realen Zahlungsmittel und, wegen des Mangels einerPreis- und Einkommenslehre, die völlige Verkennung der Tat-sache, daß die sog. Kaufkraft des Geldes nur individualwirt-schaftlich zu betrachten ist und daß sie von den Einkommen abhängt.

Daß man sich über den Zusammenhang von Geldvermehrungund Preisveränderungen noch immer im unklaren befindet, liegtauch hier daran, daß man bei diesem Problem nicht auf die Einzel-wirtschaft und ihre Erwägungen zurückgeht, sondern bei der her-gebrachtenvolkswirtschaftlichen Betrachtungsweise" verharrt, dieGüter- und Geldmenge in der ganzen Volkswirtschaft einandergegenüberstellt. Ohne eine psychische Wirtschaftstheorie ist aberauch hier eine Erkenntnis wirtschaftlicher Kausalzusammenhänge

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