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Die Geldvermehrung im Weltkriege und die Beseitigung ihrer Folgen : eine Untersuchung zu den Problemen der Übergangswirtschaft / von Robert Liefmann
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von der Geldseite her.i) Man könnte zwar vielleicht gerade aufGrund meiner Ertragstheorie sagen, daß doch die Erträge undumlaufenden Kapitalien dem Staate nur zur Verfügung gestelltwerden, wenn er höhere Erträge verspricht, als sie bei andererKapitalisierung der verfügbaren Gelder erzielt werden würden.Aber erstens ist das unter den besonderen Verhältnissen des Kriegesin Deutschland zweifelhaft, die Erwerbswirtschaften legen ihr um--laufendes Kapital in Kriegsanleihen an, weil sie infolge Rohstoff-knappheit und Arbeitermangel augenblicklich keine günstigere An--lagegelegenheit haben (auch die Schaffung von Rücklagen für dieKriegs gewinnsteuer spielt natürlich mit und diese wirkt also auchinsofern günstig). Zweitens aber, selbst wenn es der Fall wäre,daß auch günstigere Anlagegelegenheiten hier und da möglichwären (z. B. bei den Konsumwirtschaften, welche den Vorteil derKapitalisierung von Einkommensteilen mit dem der weiteren Aus-dehnung des Konsums vergleichen), so würde das doch keine Rollespielen, da es sich doch nur um die jährliche Zinsdifferenz handelte,das Mehr an Erträgen, was bei der Anlage in Kriegsanleihe unterAmständen herausspringt. Das wird auf die jeweiligen Preis-verhältnisse keinen nennenswerten Einfluß haben.

Wenn man also die Möglichkeit einer Kredirinflation erkennt,so wäre es doch auf der anderen Seite viel zu weit gegangen, wennman nun glauben wollte, daß jede Krediünanspruchnahme preis-steigernd wirken müsse. Gewiß kommt damit der Theorie nachKaufkraft in Kände, welche mit größeren Ertragserwartungen(seien es Gelderträge, seien es individuelle Konsumerträge) auf denMarkt treten, aber von einer inflationistischen Wirkung der Kredit-

Das verkennt W. Federn in seinem schon genannten Aufsatz imOsterr. Volkswirt" vom Z. und 10. November, wenn er schreibt:Fürdie Preisentwicklung wäre es in hohem Maße gleichgültig gewesen, wenndie Kriegskosten mit Banknoten oder mit Kriegsanleihen gedeckt wordenwären; es sind gewiß nur sehr kleine Teile der Bevölkerung, die ihren Ver-brauch eingeschränkt haben, um Kriegsanleihe zu zeichnen." Gewiß, aberdarauf kommt es nicht an. And weiter:Wir haben auch gegenüber den An-hängern der nominalistischen Lehre immer wieder betonen müssen, daß dieWirkung der Kriegsanleihen auf die Preisbildung im wesentlichen dieselbesei wie der Ausgabe von unmittelbaren Zahlungsmitteln oder der Deckungder Kriegskosten aus irgendeinem erdenklichen Kreditwege." Das scheintmir unzutreffend, da es auf die Quelle des Kredits ankommt, zeigt aber,welche Anklarheiten trotz aller Fortschritte noch immer über die wichtigstentauschwirtschaftlichen Zusammenhänge und Probleme bestehen. Es kannhier nicht näher darauf eingegangen werden.

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