namentlich von Otto Äeyn in zahlreichen Schriften vertretenworden („Papierwährung mit Goldreserve für den Auslands-verkehr", 1894; „Irrtümer auf dem Gebiete des Geldwesens", 1900).Eigentlich aber war es erst G. F. Knapp in diesem Jahrhundert,1905, der durch seine „Staatliche Theorie des Geldes"der metallistischen Auffassung einen stärkeren Stoß versetzte undeiner nominalistischen, nämlich der „chartalen" Geldauffassung,die die Möglichkeit eines Geldes ohne jeden Stoffwert betont,einige Anhänger warb. Doch war die ganz unökonomische, reinjuristische Begründung, die Knapp für seine Auffassung gab, undnach der der staatliche Nennwertbefehl das Entscheidende für dieKaufkraft des Geldes wäre, der Staat also die Kaufkraft desGeldes bestimmen könnte, eher geeignet, die Scheu vor einem nichtmetallisch fundierten Geldwesen, bei welchem staatlichen Miß-bräuchen am wenigsten Grenzen gezogen sind, noch zu verstärken, undauch Knapp will daher von praktischen Anwendungen seiner Lehreals Ersatz der heutigen metallistischen Währungen nichts wissen. Auchist die Zahl seiner Anhänger beschränkt, sie alle vermissen, und mitRecht, eine ökonomische Begründung der nominalistischenGeldauffassung. So sagt F. Bendixen , „Geld und Kapital",S. 14: „Möge sich bald ein Theoretiker finden, der Knapps Werkdurch eine systematische „wirtschaftliche Theorie des Geldes" ergänzt."
Dieser Wunsch soll hier erfüllt werden. Denn seine Erfüllungist die unbedingt notwendige Voraussetzung für die Klarheit überalle Geldprobleme, an der es bisher noch fehlte. Er kann abernur erfüllt werden unter gleichzeitiger striktester Ablehnung derKnappschen Auffassung, daß das Geld nur ein „Geschöpf derRechtsordnung" sei und daß der Staat durch seinen Nennwert-befehl die Kaufkraft des Geldes bestimme.
Nur mit einer ganz anderen Auffassung des Geldes und aufGrund einer ganz anderen Wirtschaftstheorie als der bisherigensind die richtigen Beobachtungen Knapps und anderer Geld-theoretiker zu erklären und ökonomisch zu begründen. In der Tatglaube ich mit meiner Wirtschafts- und Geldtheorie „das ungelösteRätsel Geld" (Laughlin, Bendixen u. a.), diesen „GordischenKnoten " (Ievons, Altmann) losen und alle damit zusammen-hängenden Streitfragen klären zu können.*) Das ist nur mög-
Es können aber in diesem Buche nur die wichtigeren behandeltwerden, und auf alle die zahllosen Spezialtheorien kann ich hier nicht eingehen-
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