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Geld und Gold : ökonomische Theorie des Geldes / von Robert Liefmann
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tungsweise, welche im Tauschverkehr, derVolkswirtschaft", einGebilde mit eigenen Zwecken sieht, für die das Geld und dieWarenbestimmt" sind. Auch privatwirtschaftlich betrachtet, sinddie Gewerbetreibenden und Händler nurVermittler", und ausden privatwirtschaftlichen Interessen aller Konsumwirt-schaften sind die wirtschaftlichen Erscheinungen zu erklären. Aufden technischen Verbrauch kommt es nicht an, wirtschaftlichwird aber auch das Geld in der Einzelwirtschaftkonsumiert",während andererseits nicht technisch konsumierte Objekte wie Tele-graphendrähte u. dgl. auchVerkehrsobjekte" sind. Mit anderenWorten, eine sachliche, aus der technisch ° materialistischen Auf-fassung geschöpfte Unterscheidung von Geld und Ware läßt sichnicht aufstellen, das Geld läßt sich, wie wir sehen werden, über-haupt nicht sachlich definieren.

Schließlich (S. 217) gibt Äelfferich nur die Begründung fürdenfundamentalen" Unterschied von Geld und Ware, daß imsozialistischen und kommunistischen Staate Transportmittel nichtentbehrt werden können, wohl aber das Geld. Es kommt abereben bei wirtschaftlichen Problemen nicht auf die technischeFunktion an, die hier wieder einmal mit der wirtschaftlichen ver-wechselt wird, sondern auf diese, und sind Transportmittel etwakeine Erwerbsmittel?

Durchaus abzulehnen ist auch ein Satz, der sich bei Äelfferichfindet und der, wie manche andre Stellen, eine starke Anlehnungan die staatliche Theorie bedeutet (a. a. O., S. 353):Die Neichs-goldmünzen werden vom Empfänger nicht angenommen als Ware,die sie verkaufen wollen, sondern in ihrer vom Recht bestätigtenEigenschaft als gesetzliches Zahlungsmittel." Niemand denkt innormalen Zeiten daran, daß er und ebenso der Wirtschafter, vondem er kauft, diese Geldstücke annehmen muß, sondern jeder denktnur daran, was er dafür kaufen kann. And in kritischen Zeitenist das erst recht der Fall. Man kann das Geld also sehr wohleine Ware nennen, richtiger aber ist es bezeichnet als eine sach-liche Verkörperung, wenn man will ein Symbol, einer abstraktenNechnungseinheit, die alle Umsätze vermittelt. Davon werdenwir unten sprechen.

Die Bezeichnung des Geldes als allgemeines Tauschmittelscheint vollkommen klar zu sein, und nach unserer psychischen

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