müsse, daß nur solches wirkliches Geld sei und alle übrigen Tausch-und Zahlungsmittel nur Geldsurrogate. Behauptet man das,so kommt man freilich doch gleich wieder aus Schwierigkeiten demWechsel, dem Giro- und Abrechnungsverkehr gegenüber. AlsGeldsurrogat kann man höchstens die papierenen Zahlungsmittel,Banknoten und eigentliches Papiergeld, ansehen und müßte dazuauch die „unterwertig" ausgeprägten Scheidemünzen rechnen. Aberbloße Abrechnungsmethoden wären dann weder Geld noch Geld-surrogate.
Äeute stopst man alle diese unbequemen Erscheinungen inden Allerweltsbegriff Umlaufgeschwindigkeit. Dieser Begriff istaber noch völlig unklar und gerade vom Standpunkt der metal-listischen Auffassung in unerhörter Weise vernachlässigt. Manvergleiche nur, was die bekanntesten Lehrbücher darüber zu sagenwissen, Lexis z.B., dessen „Allgemeine Volkswirtschaftslehre"das Geldwesen besonders eingehend behandelt, gar nichts,v. Philippovich erwähnt in der ganzen Geldlehre die Am-laufsgeschwindigkeit nur bei der Erscheinung eines größeren „Geld-bedarfs an den Zahlungsterminen (Z 88): Diese Verteilungder Zahlungstermine ist es, die dem Gedanken zugrundeliegt, daß die Umlaufsgeschwindigkeit des Geldes eine derUrsachen der Größe des Geldbedarfs ist" II Das ist alles, wasin der ganzen Geldlehre über die Bedeutung der Tatsache gesagtwird, daß dieselbe Geldmenge in einer bestimmten Wirtschafts-periode sehr oft Umsätze vermittelt.
Erst neuestens hat man angefangen, dem Faktor Umlaufs-geschwindigkeit bei der Frage nach der Kaufkraft des Geldesgrößere Bedeutung beizulegen, und hat sogar versucht, sie abzu-schätzen und festzustellen (Zrving Fisher, s. darüber im folgendenKapitel).
Die Beobachtung, daß auch ein reines Papiergeld ohne jedeVerknüpfung mit einem wertgeschätzten Stoffe die Funktion alsallgemeines Tauschmittel erfüllen kann, hat zu verschiedenenTheorien über das Geld geführt, die wir als „nominalistische"Theorien unten besprechen und von denen besonders Knapps„Staatliche Theorie des Geldes" einen gewissen Einfluß ausgeübthat. Aber sie alle haben das Wesen des Geldes und seine Stel-lung zu den privaten Zahlungs- und Abrechnungsmethoden nichtrichtig erkennen können, weil sie, wenn sie überhaupt eine ökono-46