die, wenn sie auch oft die Quantitätstheorie kritisierte, doch nieetwas anderes an ihre Stelle gesetzt hat. Fisher hat sie nurinathematisch weiter verarbeitet, wodurch ihre Fehler mehr hervor-treten, und hat ferner ihre einzelnen Faktoren, besonders denFaktor Umlaufgeschwindigkeit, genauer analysiert. Was er abernicht untersucht, und zwar einfach deswegen, weil es frühere auchnicht getan hatten, ist die Möglichkeit einer solchen Gleichung.„Man erhält die Verkehrsgleichung" — heißt es S. 13 — „ein-fach durch Summierung der Verkehrsgleichungen aller individuellenTransaktionen. Nehmen wir z. B. an, daß eine Person 10 PfundZucker zu 30 Pf. pro Pfund kaust. Dies ist eine Austausch-transaktion, in der 1 Pfund Zucker als gleichwertig (!) mit 30 Pf.betrachtet wird, und diese Tatsache wird folgendermaßen aus-gedrückt: 300 Pf. ^ 10 Pfund Zucker multipliziert mit 30 Pf.per Pfund. Jeder andere Kauf und Verkauf kann in derselbenWeise ausgedrückt werden, und wenn wir diese Posten zusammenaddieren, erhalten wir die Verkehrsgleichung für eine gewissePeriode in einem bestimmten Gemeinwesen." „Die Verkehrs-gleichung ist einfach die Summe der Gleichungen, die alle indivi-duellen Austausche eines Jahres ausdrücken. In jedem Kaufund Verkauf sind Geld und ausgetauschte Güter ipso kacto gleich-wertig (I); das für Zucker bezahlte Geld z. B. hat denselben Wertwie der gekaufte Zucker (I). And in der großen Gesamtsummealler Austausche eines Jahres ist der Gesamtgeldbetrag gleich-wertig (I) mit dem Gesamtwert der gekauften Güter."
Das ist nun ein ganz fundamentaler Irrtum, der auch inder ökonomischen Theorie schon öfters kritisiert wurde, und eskann Fisher der Vorwurf nicht erspart werden, daß die Leicht-herzigkeit, mit der er über die Grundfragen hinweggegangen ist,trotz aller Gelehrsamkeit und Gedankenarbeit, die das Buch aus-zeichnen, hier doch stark den Charakter der Anwissenschaftlichkeitträgt. Allerdings hat er die Entschuldigung, daß die Irrtümer,die seiner Verkehrsgleichung zugrunde liegen, noch von den meistenNationalökonomen geteilt werden, und daß sie, wenn sie auchschon oft kritisiert worden sind, noch kaum durch bessere positiveTheorien ersetzt sind. Aber das alles kann den Vorwurf nichtaus dem Wege räumen, daß das ganze Buch auf höchst an-gefochtenen Prämissen aufgebaut ist und daß ihre Nichtigkeit nichtim geringsten geprüft wurde.
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