viduellen Nutzenschätzungen nicht bekannt und nicht meßbar unddie Kosten ihrer Äöhe nach erst eine Folge des Preises sind.Dieses Allgemeine ist ein Minimum an Ertrag bei den Er-werbswirtschaften, das wir tauschwirtschaftlichen Grenz-ertrag nennen. Diese allgemeine Geldgröße, die allerdings inverschiedener Form in Erscheinung tritt, wird aber Gegenstandindividueller Schätzungen dadurch, daß sie Einkommenund als solche Kosten und damit Grundlage individuellerBedarfsbefriedigung wird. Nur dadurch, daß die Preise Ein-kommen und damit Kosten werden, wird die Beziehung zwischenihnen und den subjektiven Bedarfsempfindungen geschaffen, dieeine Ableitung jener aus diesen ermöglicht.
Fassen wir noch einmal das Gesagte zusammen. Das Geldist Kostengut der Konsumwirtschaften. Es leitet, wie alle Kosten-güter, seinen „Wert" von dem der Genußgüter ab, zu derenBeschaffung es dient. Das ist die Formulierung, die ja schondie Grenznutzentheorie für die Bestimmung des Wertes derGüter entfernterer Ordnung hatte. Sie kann aber nicht genügen.In Wirklichkeit kann von einem vom Preise verschiedenen, durchNutzen und Seltenheit bestimmten, allgemein feststellbarenWerte der Güter keine Rede sein. Sofern man also vonWert oder Kaufkraft des Geldes sprechen will, gelten diese Be-zeichnungen nur ganz individuell. Für jeden Menschen hat dasGeld und hat der Geldausdruck, der Preis, genau wie jedesandere Kostengut einen ganz individuellen, subjektiven Wertoder ganz individuelle, subjektive Kaufkraft, weil alle über ver-schiedene Geldmengen verfügen und jeder die Güter, die er dafürkaufen kann, verschieden schätzt. Güter entfernterer Ordnungwerden, wie wir im ersten Kapitel ausgeführt haben, als Kostengeschätzt nach dem Nutzen, den man sich mit einer über die ver-fügbare Menge hinausgehenden weiteren Einheit verschaffen könnte,und jede Einheit der verfügbaren Menge wird so geschätzt. Dasgilt auch für das Geld als Kostengut der Konsumwirtschaften.Diese Geldmenge, über die eine Konsumwirtschaft verfügen kann,nennt man ihr Einkommen. Es ist das Ergebnis der Er-werbstätigkeit des Wirtschafters und ist seiner Größe nachihm in vielen Fällen ganz genau, in allen anderen ziemlich
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