genau bekannt auf Grund seiner früheren Erwerbstätigkeit,so daß er seinen Konsumwirtschaftsplan danach einrichtenkann. Nur in diesem Sinne darf man von verfügbarem Vor-rat reden. So wird also der „Wert", den das Geld für jedenWirtschafter hat, besser gesagt seine Schätzung, bestimmt durchden Nutzen, den er sich damit beschaffen kann, genauer formuliertdurch den Nutzen, den er sich mit einer über die verfügbareMenge hinausgehenden weiteren Einheit verschaffen kann. Äierhaben wir also eine höchst wichtige Anwendung unserer Lehrevon den Kosten, d. h. unserer konsequent durchgeführten Wirt-schaftsauffassung, welche die Kosten nicht, wie das bisher geschah,immer nur quantitativ als Geldmenge oder Gütermenge ausfaßte.
Dies ist auch die tiefere Begründung für die neuerdingsschon von einigen vorgeschritteneren Theoretikern erkannte Tatsache,daß das Einkommen der „Geldwertbestimmungsgrund" sei. Ins-besondere v. Zwiedineck hat in einem scharssinnigen Aufsatze:„Die Einkommengestaltung als Geldwertbestimmungs-grund", „Schmollers Jahrbuch", Bd. 33, Äeft 1, diesen Gedankenvertreten, und auch v. Wieser hat in seinem Referat über denGeldwert im Verein für Sozialpolitik (Schriften, Band 132) ihnmit den Einkommen in Beziehung gebracht. Aber es fehlt bei ihneninfolge der herrschenden materialistischen Wirtschaftsauffassungdie letzte Begründung, und wie so vieles in der Geldlehre,steht diese Erkenntnis mit den sonstigen wirtschaftstheoretischenAuffassungen nicht in Äbereinstimmung. Zwiedineck kommt nichtweiter, als einen Kausalzusammenhang zwischen Geldwert undEinkommen zu behaupten, aber doch nicht zur klaren Erkenntnisdes Zusammenhangs von Geld, Preisen und Einkommen über-haupt. Manches ist bei ihm richtig empfunden, unbestimmt ge-fühlt, aber nicht klar ausgesprochen und begründet, weil es sich ebenmit der ganzen bisherigen Wirtschaftsauffassung nicht vereinigen ließ.Jedenfalls ist sein Aufsatz, als ein Versuch, zu neuen Afern vor-zudringen, von großem Interesse, während v. Wieser ebenfallsrichtige Ansätze im Nahmen seiner ganz technisch-materialistischenAnschauungen über Preis, Einkommen u. dgl. nicht zur Ent-faltung zu bringen vermag.
Vor allem findet sich bei diesen Theoretikern, die das Ein-kommen als „Geldwertbestimmungsgrund" erkennen, doch immernoch die absolute Wertauffassung, sie wollen damit, genau wie78