bedauerlich, daß noch viele Leute, die einen guten praktischen Ein-blick in das Geldwesen haben, wie Äelfferich, Lansburgh u. a.,mangels richtiger allgemeiner theoretischer Grundlagen nochteilweise am Metallismus festhalten. Es sei deshalb nochmit ein paar Worten auf die metallistische Theorie eingegangen.Zu ihrer Kritik sei einer der neuesten, und zwar ein sehrgeschickter Vertreter derselben gewählt, A. Lansburgh , „DieKriegskostendeckung und ihre Quellen", ohne Jahres-zahl, 1916 erschienen. Er sagt in dem Abschnitt Die Kriegs-kostendeckung und die Geldtheorie, S. 52. „Die metal-listische Theorie versteht unter dem Gelde, wie es sein soll, einZahlungsmittel aus Metall, dessen Nennwert sich mit seinemEffektivwert deckt" usw. Also wiederum der alte Irrtum desabsoluten Wertes, der durch den Ausdruck „Effektivwert" nurfür sehr naive Gemüter ein wenig verschleiert wird. „Die Chartal-theorie hingegen steht auf dem Standpunkt, daß das Geld alssolches mit dem Metall, aus dem es häufig besteht, oder in dases normalerweise meist umgetauscht werden kann, nicht notwendigverbunden zu sein braucht, sondern daß die Beziehung zwischenGeld und Metall ebensogut fehlen kann... Es genügt vielmehr,daß dem Zahlungsmittel ein bestimmter Wert durch Staats-befehl verliehen wird, um es „Geld" werden zu lassen, es magim übrigen beschaffen sein wie es will."
Gegen diese Charakterisierung der Chartaltheorie hat nunschon O. Äeyn eingewendet, daß sie vielleicht auf die TheorieKnapps und mancher seiner Anhänger zutreffe, aber nicht aufalle nominalistischen Geldlehren. Er selbst betont mit Recht, daßdas Papiergeld seine Kaufkraft nicht vom Staat verliehen erhalte,sondern sich selbst erwerbe, obwohl ich der Art, wie er dasbegründet, das Papiergeld sei „brauchbar" und der Staat suchees möglichst teuer zu verkaufen, nicht ganz zustimmen kann(s. oben). Lansburgh wendet sich also gar nicht gegen diejenigenNominalisten, die nicht der falschen Ansicht huldigen, daß „derStaat den von ihm geschaffenen oder autorisierten Zahlungsmitteln...außer seinem nominellen Wert, auch einen faktischen Wert,eine bestimmte positive Kaufkraft verleihen könne". „DieseAnnahme, die — wie er behauptet — den eigentlichen Inhalt
*) „Zur Verteidigung der Chartaltheorie des Geldes",a. a. O., S. 778.
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