lange sie Zertifikate über dieses Gut sind und im Verkehr Platz-halterdienste für dasselbe verrichten. ... die Noten ... müssenStück für Stück durch das entsprechende Welt-Tauschgut gedecktsein. Im anderen Falle ist wohl ihre Tauschwahrscheinlichkeitund damit ihre „Sicherheit" bis zu einem gewissen Grade gewähr-leistet, nicht aber ihre Wertbeständigkeit."
Diese Ansichten dürften heute als die herrschenden bezeichnetwerden, und man erkennt, welche ungeheure praktische Bedeutungsie haben, indem danach völlige Golddeckung der Noten erlangtwird. Aber auf der anderen Seite sind diese Ansichten durch dieErfahrung des Krieges in einer Weise widerlegt worden, daßschon ein starker Doktrinarismus, ein blinder Goldglaube dazugehört, sie in dieser Weise noch zu vertreten. Sind doch inSchweden, Holland und Argentinien die Banknoten mehr wertgeworden, haben eine größere Kaufkraft als das Gold, für dassie nur „Platzhalterdienste" leisten sollen. Das kann die metal-listische Theorie natürlich noch viel weniger erklären, wie diegleichen Verhältnisse gegenüber der Silberwährung in Öfterreichin den siebziger Iahren, denen gegenüber man sich, selbstverständlichmit Anrecht, noch darauf berufen konnte, daß das Papiergeldmit Rücksicht auf eine erhoffte spätere Goldeinlösung über denWert des Silberguldens stieg.
Es ist auch merkwürdig, daß Lansburgh so sehr die „Wert-beständigkeit" der Goldwährung betont, während nach der Ansichtder meisten Metallisten die Teuerung vor allem von der Geld-seite her, durch die Ausdehnung der Goldproduktion verursachtworden sein soll.
Äußerst verdächtig ist endlich an den Ausführungen Lans-burghs, daß er über den entscheidenden Punkt, woher nun „derWert" des Goldes kommt, gar nichts sagt. Kommt erim Sinne der objektiven Wertlehre von den Produktionskosten, soerhebt sich, wie gesagt, die Frage, warum nicht noch mehr Goldproduziert wird. Bestimmt er sich im Sinne der subjektivenWertlehre durch das, was man dafür kaufen kann, so ist damitdie Begründung der Notwendigkeit einer „zweiten Verankerung"und der Metallismus überhaupt schon erledigt. Denn dann istnicht gezeigt, weshalb nicht ein anderes allgemeines Tauschmittelebensogut den Wert der Güter erlangen kann, die man damitkaufen kann.126