des Goldes, vielmehr entsprechend der Menge der Waren,richtiger: entsprechend den individuellen Schätzungen der Waren.Kann man mit dem Einkommen viele Waren kaufen, so schätztman die Geldeinheit, d. h. die Rechnungseinheit, und damit auchdie Goldmengeneinheit geringer; kann man wenig Waren kaufen,so schätzt man sie höher, weil eben der ausfallende Nutzen einhöherer ist.
Auf den deutschen Preis des Goldes kann also die ameri-kanische Nachfrage nach Gold nicht einwirken, denn dieser Preissteht ja fest in deutschen Mark auf 1392 M. für das PfundFeingold. Aber wieviel Gold nach Deutschland kommt, daraufwirkt nicht nur der amerikanische Preis, wohl aber, was man inallen Ländern für das Gold kaufen kann. Da abernicht die Geldmenge, sondern die Einkommen die Waren kaufen,so hängt die Kaufkraft des „Geldes", richtiger der Rechnungs-einheit, von den Einkommen und nicht von der Geldmenge undam allerwenigsten von der verschwindenden Menge der jährlichenGoldzufuhr eines Landes ab. Daher kann die Kaufkraft desdeutschen Geldes nicht „durch die Verhältnisse beeinflußt werden,die unmittelbar auf den Wert des Dollars einwirken". Findeteine Einwirkung der amerikanischen Volkswirtschaft auf die deutschestatt, so vollzieht sie sich auch hier durch dieWaren, Schuldenund Forderungen in ihrer Gesamtheit, nicht „durch das Mediumdes Gsldmetalls", das vielmehr unter den Waren nur einen ganzverschwindenden Bruchteil bildet.
Nun erkennt man, wie verkehrt die ganze Fragestellung beider Polemik zwischen Kelfferich und Äeyn war und wiewegen dieser unklaren Fragestellung beide Gegner eigentlich an-einander vorbeireden. Die Frage: Setzt die freie Prägung denWert des Geldes in Abhängigkeit von dem Werte des Edelmetalls?erkennt nicht — abgesehen davon, daß es „den Wert" des Edel-metalls nicht gibt, sondern nur Preise des Edelmetalls dieseFrage erkennt nicht, daß schon durch dieWaren, d. h. über-haupt durch den Tauschverkehr, alle Preise in der ganzen Weltin Zusammenhang und Abhängigkeit voneinander stehen. DasFehlen einer wirklichen Preistheorie, welche den Zusammenhangaller Preise erkennt, hat also allein jene Unklarheit verschuldet.
Die staatlichen Zahlungsmittel, nicht aber „das Geld", dieallgemeine Rechnungseinheit, die kein Quantitätsbegriff, sondern
147