herige Theorie, die den Preis und die Einkommen als Güter-mengen auffaßte und ohne jede Beziehung zum Gelde durch„Wertzurechnung" zu erklären suchte, freilich nicht die mindesteAhnung hatte. And doch besteht in diesem Zusammenhang daseinzige große Problem der Wirtschaftsheorie.
Es gibt überhaupt kein Geld ohne Preise. Ein Tausch-mittel wird erst dadurch zu Geld, daß es zu Preisen führt,d. h. eben, daß alle Konsumwirtschaften ihre Kosten und dieErwerbswirtschaften sowohl Nutzen als Kosten in diesem Tausch-Mittel veranschlagen. Dadurch wird es Nutzen- und Kosten-vergleichungsmittel, Kosteneinheit, Generalnenner derNutzen- und Kostenvergleichung, allgemeine Rechnungs-einheit, Geld. Ebensowenig aber hat es in der ökonomischenTheorie, die Erscheinungen des Geld tausch es zu erklären hat,einen Sinn, beim Naturaltausch das eine Gut den Preis desandern zu nennen, wie die bisherige Theorie das tat, die damitdie Aufgaben der Preistheorie völlig verkennt.
Preise sind ein objektiver Geldausdruck, der aber in derKonsumwirtschaft als Kosten subjektiv geschätzt wird, undzwar je nach dem Einkommen, also als Einkommensquote.Durch die Einkommen stehen die Preise in engster Beziehung zuden subjektiven Nutzen- und Kostenvergleichungen jeder Konsum-wirtschaft, denn alle Einkommen entstehen aus Preisen undwerden wieder Preise und damit auch wieder Einkommen. Durchdas Einkommen, das den individuellen Bedürfnissen gegenüber-gestellt wird, ist der ganze Geldtauschverkehr an die letzteren ver-ankert. Die Preise sind niemals ein Ausdruck dieser Bedürfnisse,also eines subjektiven Wertes, sondern eine Komponente allerNutzen- und Kostenvergleichungen aller Wirtschafter, die dabeian eine allgemeine Kosteneinheit anknüpfen. Man kann daher auchdie Preise nicht so direkt mit den Bedürfnissen verknüpfen, wiedie bisherigen Preistheorien das glaubten, die eine bestimmteGütermenge als nachgefragt voraussetzen. So einfach, wie sichdas insbesondere die subjektive Wertlehre (Böhm-Bawerk ) vor-stellte, die den Preis eines jeden Gutes durch festgegebene Nach-frage und Angebot dieses Gutes „erklärt" haben wollte, ist dieBildung des Preises nicht. Sondern die Preise sind nur alsGelderscheinungen zu erklären, und zwar durch die Ein-kommen, aber auch nicht individuell durch das Einkommen jedes
R. Liefmali», Geld und Gvld N 161