werbszweige erzielten Einkommen werden dann durch diesen Preisbzw. durch die individuellen Kosten des Anbieters bestimmt, er-geben sich aus der jeweiligen Tauschkonstellation des Erwerbs-zweiges, in der Regel (nämlich, wenn alle Anbieter den gleichenPreis erzielen) als relativer Konkurrenzpreis und -einkommen.*)Daher sind alle individuellen Einkommen aus der Preistheorie,aus Angebot und Nachfrage, wie die populäre Formulierungsagt, aus Nutzen und Kosten, wie es zutreffender heißt, zu erklären,sie sind gewonnen aus den Preisen, welche ein Niederschlag allerNutzen und Kosten in der Volkswirtschaft sind, und den indivi-duellen Kosten des Anbieters, der das betreffende Einkommenerzielt. Der Preis selbst aber ist eine Funktion eines Minimal-einkommens oder weniger nach Lebensgewohnheiten der betreffen-den Erwerbsklassen abgestufter Minimaleinkommen — Minimal-lohn der Arbeitsleistungen Anbietenden, Minimalgewinn derWarenverkäufer, Minimalzins der Leihkapital Anbietenden. Diesetauschwirtschaftlichen Grenzerträge, die direkt auf die Bedürfnisse,die man damit befriedigen kann, zurückgehen, knüpfen ihrerseitswieder an frühere Preise an, die jede Konsumwirtschaft mitgrößerer oder geringerer Genauigkeit ihren wirtschaftlichen Kalku-lationen zugrunde legt. So ist, wie das ja auch nicht anderssein kann, jeder Tauschverkehr ein fortwährendes Anpassen dervon allen zu bringenden Opfer von Sachgütern und Arbeitsmühe,der Kosten, an die Bedürfnisse nach dem Gesichtspunkt mög-lichst hohen Ertrages und unter Vermittlung des Geldes alsKosteneinheit.
Eine Geldvermehrung wirkt also nur dadurch auf die Preise,daß sie zunächst beim Staate ein künstlich geschaffenes, nicht ausdem Tauschverkehr entstandenes Einkommen bedeutet. BeimStaate ist es ein Einkommen, das nicht, wie Steuern und An-leihen, aus den privaten Einkommen oder, wie die Erwerbs-einkünfte, aus Leistungen im Tauschverkehr geschöpft ist, sonderndas er sich künstlich geschaffen hat, und das seinen sonstigen Ein-nahmen hinzutritt und seinen Wirtschaftsplan umgestaltet. Die-jenigen, denen der Staat dann Güter und Leistungen eventuellzu hohen Preisen abkaufen muß, erzielen dann ebenfalls einhöheres Einkommen und treten mit neuer Kaufkraft und neuen
*) Vgl. dazu meinen Aufsatz „Konkurrenz und Monopoltheorie" im„Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik", Band 41.
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