mehrung der Einkommen, die zum Konsum verwendet werdenkönnen, zunächst des Staates, der seinen Bedarf mit Noten be-zahlt, dann auch aller derjenigen, die erhöhtes Einkommen er-halten, weil der Staat z. B. in Kriegszeiten teurer einkaufen niuß.Je mehr der Staat dabei mit einem ganz neuen Bedarf auftritt,nicht etwa nur bisherigen privaten Bedarf ersetzt, sondern wiein Kriegszeiten beim Bedarf an Geschützen, Munition, Wagen,Pferden, Automobilen usw. mit ganz neuen Bedürfnissen er-scheint, auf deren Befriedigung sich Produktion und Äandel ersteinrichten müssen, um so größer ist die Gefahr, daß die durchGeldvermehrung künstlich geschaffene Kaufkraft zu Preissteige-rungen führt. Stellt sich dann gleichzeitig ein Mangel an mancherleiRohstoffen oder an Arbeitskräften ein, so steigen die Preise na-türlich noch mehr und schneller. Daher ist niemals festzustellen,welcher Teil an der Teuerung im Kriege auf Geldvermehrung,welcher auf Knappheit an Waren und Arbeitskräften zurück-zuführen ist. .Höchstens kann man behaupten, daß bei uns inDeutschland , von den ersten Kriegswochen abgesehen, infolge derganz außergewöhnlichen Verhältnisse durch die Absperrungs-politik und angesichts der verhältnismäßig geringfügigen Noten-vermehrung der größte Teil der Preissteigerungen bisher auf Ar-sachen auf der Warenseite, Material- und Arbeitermangel zurück-zuführen war.
Daß so Preise und Einkommensveränderungen auf das engstezusammenhängen, konnte man freilich in einer Wirtschaftstheorienicht erkennen, die überhaupt die Preislehre und die Einkommens-lehre gar nicht in Verbindung brachte, die eine wirkliche Erklärungder Preisbildung gar nicht kannte und die Einkommen nicht ausder Preisbildung, sondern, vom Standpunkt der technisch-materia-listischen Auffassung wohl konsequent, aber logisch unhaltbar, aufGrund einer kausalen Zurechnung auf die einzelnen zusammen-wirkenden „Produktionsfaktoren" erklärte. In Wirklichkeit stehenPreise und Einkommen in folgender, bisher nie klar erkannterWechselwirkung; ein gewisses Minimum von Einkommen bestimmtals tauschwirtschaftlicher Grenzertrag, den einzelne Erwerbswirt-schaften in jedem Erwerbszweig erzielen, den Amfang des An-gebots jeder Ware, d. h. die Grenze der aufzuwendenden Kostenund damit ihren Preis, der gleich diesen Grenzkosten plus demtauschwirtschaftlichen Grenzerlrag ist. Alle sonstigen in dem Er-M