ginn des Krieges. Von einer Preisverminderung infolge ge-ringerer staatlicher Zahlungsmittel habe ich weder in den neunzigerIahren in Italien noch 1907 in den Vereinigten Staaten etwasbeobachten können.*)
Die Arsachen der Teuerung vor dem Kriege liegen, umdarauf noch mit ein paar Worten einzugehen, ausschließlich aufder Warenseite, d. h. in den Verhältnissen von Angebot undNachfrage, in der Zunahme der Bedürfnisse und in Verände-rungen der Kosten, der Zunahme mancher, dem Sinken anderer.Was die Steigerung der Bedürfnisse betrifft, so ist auch sie nichtnur quantitativ zu verstehen: größere Nachfrage nach Güternetwa infolge Bevölkerungsvermehrung, sondern außerdem auchals Steigerung der Lebensansprüche. Sie konnte befriedigt werdendurch intensivere Arbeit, bessere Organisation der Arbeit undtechnische und wissenschaftliche Fortschritte. Naturgemäß ist eineSteigerung der Bedarfsbefriedigung bei gleichzeitigem Steigenvieler Preise nur möglich, wenn die Einkommen stärker als jenegestiegenen Preise gestiegen sind. Das muß aber der Fall ge-wesen sein, und zwar vor allem aus zwei Gründen:
1. weil viele Preise infolge Sinkens der Produktionskostengefallen sind, die Konsumenten also mehr Einkommen fürandere Zwecke zur Verfügung hatten (das ist neuer-dings, aber sehr einseitig und mit unzutreffender Begründungvon O. Spann , „Theorie der Preisverschiebung", 1913, betontworden);
2. aber, weil manche Güter und gerade sehr wichtige, vorallem Lebensmittel, die nur mit steigenden Kosten vermehrt werdenkönnen, infolge Zunahme der Bevölkerung und gesteigerter Lebens-ansprüche höhere Kostenaufwendungen, d. h. das Eintretenweniger günstig arbeitender Produzenten ins Angebot erforderten,was zu höheren Preisen und damit zu höheren Einkommen
Ich habe in meinem Aussatz im „Bankarchiv", aus dem ich dieseStelle wörtlich entnehme, nicht gesagt, wie O. Ä eyn, „Unser Geldwesenim Kriege", S. 42, behauptet: „Er spricht auch der Verminderung der Geld-menge jeden Einfluß auf die Preise ab." Wie kann man eine solche An-sinnigkeit einem Autor unterstellen! Denn als allgemeiner Satz ist dasnatürlich unsinnig. Nur wird man praktisch Preissenkungen nie als Folgeeiner Verminderung der Geldmenge nachweisen können, schon weil ebennie alle Preise sinken werden.
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