die auf dem Einkommen beruht, kaum beeinflußt haben. Jedochmuß man sich auch hier wieder vor der üblichen quantitativenBetrachtungsweise hüten, die argumentiert, die Gutscheine könntendeshalb die Kaufkraft des Geldes nicht verändert haben, weil inmindestens gleichem Amfange anderswo Geld thesanriert wordensei. Darauf kommt es gar nicht an, sondern nur auf die Wirkungauf die Einkommen. Wenn eine Stadt z. B., statt aus ihrenregulären Einnahmen, ihre ganzen Gehaltszahlungen und eventuellalle ihre sonstigen Verpflichtungen in von ihr ausgegebenen Gut-scheinen bezahlt, so hätte das wohl lokal auf die Preise wirkenkönnen, wenn gleichzeitig die zu Leistungen an die Stadt Ver-pflichteten ihre Einkommen anders verwerteten. Doch waren dieWirkungen dieses Notgeldes eben immer nur lokal, sie trafenmit den durch die ganze wirtschaftliche Umwälzung der erstenKriegswochen herbeigeführten Preisverschiebungen zusammen,und ein direkter Einfluß dieser Geldvermehrung auf die Preisewird sich nirgends feststellen lassen.
Wie steht es aber mit den berühmten Darlehenskassen-scheinen? Zunächst sei bemerkt, daß sie ja keineswegs nur inDeutschland , sondern auch in zahlreichen anderen Ländern, auchnicht kriegführenden, so in der Schweiz , zur Ausgabe gelangt sind.Aber an das deutsche Vorgehen hat sich vor allem in der aus-ländischen Presse der Ruf der „Inflation" angeknüpft, und es istanzunehmen, daß diese Agitation gegen das deutsche Geld, ebenso wiedie Agitation gegen alles Deutsche überhaupt, mit dazu beigetragenhat, die Schätzung des deutschen Geldes im Auslande zu verschlechtern.
Wie sind diese Darlehenskassenscheine ganz objektiv vomStandpunkt unserer Geldtheorie zu beurteilen? Offenbar wurdenhier Werte, die bisher die Form von Sachgütern und verbrieftenForderungsrechten (Effekten) hatten, zu Zahlungsmitteln umge-gossen, wie das vr. Ke land er in seinem Aufsatz „Das In-flationsproblem im Kriege" zutreffend erläuterthat („ConradsJahrbücher", August 1915, S. 246 ff.), d. h. auf die als be-leihungsfähig erklärten Waren und Wertpapiere werden bis zueinem wohl vorsichtig bemessenen Betrage ihres Preises oderKurses Zahlungsmittel ausgegeben, die durchaus allgemeinals Geld angenommen werden und zirkulieren. Der ursprünglichvorgesehene Äöchstbetrag von IV2 Milliarden Mark wurde imNovember 1914 auf 3 Milliarden Mark erhöht. Tatsächlich war