muß also vor allem erkennen, wie eine Vermehrung des Geldes,die nicht aus dem Tauschverkehr entstanden ist, wirkt, daß siekünstliche Einkommenssteigerungen und damit Verschiebungen indem Verhältnis von Nachfrage und Angeboten bewirkt, die zuPreisveränderungen führen. Man muß erkennen, daß das auchgeschieht, wenn noch so schöne Deckungsvorschriften bestehen. Eswürde auch für den Goldimport gelten, wenn nicht das Gold wieeine Ware gekauft, mit Leistungen aus dem Tauschverkehr bezahltwerden würde. Jeder Goldimport bedeutet also einen Verzicht aufandere Gebrauchsgüter,^ein Opfer zugunsten der Währung, dasman bisher für nötig hielt. Wird aber auf Grund solchen Gold-imports gleich das Dreifache an Banknoten ausgegeben, wie esGrabowsky verlangt, so ist die Gefahr der „Inflation", d. h. vonPreissteigerungen, trotz aller Deckungsvorschriften um so größer,je größer die Vermehrung von Zahlungsmitteln ist. Entscheidendist eben nicht ihre Menge, sondern wofür die Banknoten aus-gegeben werden. Auf gute Warenwechsel sind sie nichts anderesals ein Spiegelbild größerer Amsätze im regulären Tauschverkehr,auf Finanzwechsel des Staates bedeuten sie um so mehr künstlichgeschaffene Kaufkraft, je weniger rasch ihre „Deckung" durch eineAnleihe erfolgt, die in entsprechender Menge private Einkommendem Staate zur VerfügungMellt.
Bendixen hat durchaus recht, wenn er in seiner erwähntenSchrift (S. 68) sagt, daß auf Warenwechsel umlaufende Bank-noten eine besondere Deckung neben den Wechseln nicht bedürfen.Auch betont er, daß das Bankgesetz die Unterscheidung vonWarenwechseln und Finanzwechseln nicht macht lund nur auf dieGüte der Unterschriften sieht, ein Beweis, daß es die Neichsbanknur als Kreditgeberin, nicht als Geldschöpfungsanstalt betrachtet.Aber die Bankleitung hat schon längst erkannt, daß es mindestensebenso auf den dem Wechsel zugrunde liegenden wirtschaftlichenVorgang ankommt.
Nun könnte man in der Tat die Frage aufwerfen, ob nichtdas ganze System, eine nur gelegentliche Vermehrung der Am-sätze im Tauschverkehr zurMrundlage einer Vermehrung der realenZahlungsmittel zu machen, bei denen doch keine Sicherheit besteht,daß sie alsbald wieder zur Notenbank zurückfließen, ob nichtdieses ganze, auf dem Sachgeld aufgebaute System heute imZeitalter der privaten Abrechnungsmethoden vielleicht schon ver-
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