inländischen Geldes ausgespielt haben wird. Es wird eine eben-solche „Entthronung des Goldes" eintreten, wie sie im19. Jahrhundert für das Silber erfolgte. Diejenigen Staaten,die sich am frühesten von dem Goldhunger freimachen, werdenihren Goldbesitz, diese ganz unnütze Last, noch am günstigsten loswerden können. Eine Vereinbarung der wichtigsten Länder dar-über wird nicht erforderlich sein. Im Gegenteil wird die Los-sagung vom Golde durch allmähliches Abstoßen eine Maßregeldes wirtschaftlichen Kampfes sein, die wir und die uns verbün-deten Mächte am ersten vornehmen können, weil wir nur in ver-schwindendem Amfange Gold produzieren, während unsere po-litischen und wirtschaftlichen Gegner die größten Goldproduzentenund Goldbesitzer sind. So wird sich die Demonetisierungdes Goldes allmählich wie beim Silber mit zunehmender Ein-sicht in das Geldwesen von selbst vollziehen. Man scheue sichdaher auch nicht, einen großen Teil unseres Goldschatzes abzugeben,wenn wir uns dadurch günstige Friedensbedingungen bei demeinen oder anderen unserer Gegner verschaffen können. Nachdemwir aber einen großen Teil des Goldes abgestoßen haben, bleibtuns weiter die wichtige Aufgabe, in den übrigen Ländern, diekein Interesse an der Goldproduktion haben, aufklärend zu wirkenund sie zur Nachfolge zu veranlassen. An den internationalenWirtschaftsbeziehungen wird dadurch nichts geändert. Für die-jenigen Länder, die durchaus Gold haben wollen, werden wir unssolches immer billig beschaffen können. Schließlich mag England als letztes Goldwährungsland, wie das Bend ixen hübsch schil-dert, auf den Goldhaufen der ganzen Welt sitzen bleiben.*) Er-forderlich ist nur, daß der Staat sein Papiergeld nicht beliebigvermehrt, also vor allein die Trennung der Banknotenausgabevom Staatskredit. Staaten, die es damit nicht ernst nehmen,werden eben durch unstabile Preisverhältnisse und die damit zu-sammenhängenden Nachteile für die Einkommensbildung und dasganze Wirtschaftsleben selbst die Folgen zu tragen haben.
Zunächst muß also eine eingehende Aufklärungsarbeit im In-lands einsetzen, welche die Irrtümer des Metallismus klarlegt,und zwar nicht durch bloße Behauptungen, sondern auf derGrundlage einer richtigen allgemeinen Wirtschaftstheorie. Man
*) F.Bendixen , „Währungspolitik und Geldtheorie imLichte des Weltkrieges", 1916.
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