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1 (1930) Vom Staatssekretariat bis zur Marokkokrise
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HINZPETER ÜBER SEINEN ZÖGLING

Bewunderung erwehren für den Mann, der beides sich gewonnen habe, undSeine Majestät seiwegen solchen seltenen Fundes" glücklich zu preisen.Schwungvoll war der Glückwunsch unseres Botschafters in Madrid ,Josef von Radowitz, der mir einst in Paris und vorher, während ich Ge-schäftsträger in Athen war, ein Vorgesetzter gewesen war, von dem ichmanches gelernt hatte, mit dem aber nicht immer leicht auszukommen war:Sie sind nun, vom Vertrauen aller getragen und gerufen, auf die Höhegelangt. Gestatten Sie mir, in freudiger Ergebenheit Ihnen und uns dazuGlück zu wünschen, wenn ich auch wohl fühle, wie groß und ernst daspersönliche Opfer ist, das Sie im Einsatz Ihrer ganzen Lebenskraft dabeibringen. Möge Ihnen vor allem das Rüstzeug der Gesundheit erhaltenbleiben. Dann soll sich der alte Spruch erfüllen, der die Ziele der Gegenwartund Zukunft mit dem Vergangenen verbindet:

Zu alter Wahrheit neue Liebe,Zu neuem Leben neue Triebe,Vor altem Bösen neues Grauen,Zum alten Gott ein neu Vertrauen,Ein neues Schwert zu neuem Kriege,Im alten Kriege neue Siege!"

Der langjährige württembergische Ministerpräsident Herr von Mitt-nacht, dem ich anläßlich seines in dieser Zeit erfolgten Rücktrittes den sehrverdienten Dank ausgeprochen hatte, den die Reichspolitik diesem klugenund charaktervollen Staatsmann schuldete, schrieb mit seinem Dank fürmeine Zuschrift:Ich habe es freudig begrüßt, als das höchste Reichsamtin die Hände Eurer Exzellenz gelegt wurde, in welchen es wohl und sicherbewahrt ist." Schlicht und einfach, wie es seinem vornehmen Wesen ent-sprach, hatte mir der Oberhofmarschall Graf August Eulenburg, vomKaiser über meine bevorstehende Ernennung unterrichtet, schon vormeinem Eintreffen in Homburg telegraphiert:Innigen Glückwunsch undGottes Segen." Ans Herz grifF mir der Glückwunsch der Beamten desChiffrierbüros, dieser ausgezeichneten Männer, durch deren Hände täglichdie wichtigsten Meldungen und Instruktionen, große Staatsgeheimnissegingen, deren Pflichttreue ihresgleichen suchte.Euer Exzellenz", schriebmir im Namen der Beamten des Chiffrierbüros ihr Vorsteher, der alteGeheimrat Willisch,wollen gnädigst gestatten, daß die gehorsamst unter-zeichneten Beamten aus Anlaß der durch Übertragung der höchsten Würdedes Reichs Eurer Exzellenz zuteil gewordenen ruhmvollen AllerhöchstenAuszeichnung in tiefster Ehrerbietung ihre treusten Glückwünsche dar-bringen dürfen. Wie dieselben mit stolzem Vertrauen und in unwandelbarerVerehrung und Dankbarkeit zu ihrem bisherigen Herrn Staatssekretär