LUISE VON SACHSEN
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dem Ermeland, mit Takt und Milde vertreten. Nicht lange nachher wurdevon den Kanzeln in Trier ein Erlaß bekanntgegeben, wonach der Bischofin Übereinstimmung mit dem Heiligen Vater angeordnet hatte, daß seinefrühere Kanzelpublikation wegen veränderter Umstände als nicht ge-schehen zu betrachten sei.
Bischof Korum war ein Elsässer mit ganz französischer Kultur, aber einMann von viel Geist und großem Ernst. Er hatte als junger Geisthcher inden siebziger Jahren die Aufmerksamkeit des Statthalters Manteuffel aufsich gezogen, der ihn dem Fürsten Bismarck empfahl. Nach Varzin ein-geladen, gefiel er dem Fürsten , der 1881 seine Ernennung zum Bischof vonTrier durchsetzte, obwohl sich gegen diesen Einfall in Deutschland lebhafteBedenken geltend machten und obschon selbst der vorsichtige Leo XIII. durch Rampolla den Reichskanzler leise vor Korum warnen ließ, der als„troppo zelante" bezeichnet wurde. Schließlich hat der große Mann auchhier recht behalten. Mit alleiniger Ausnahme jenes eben erwähnten Fauxpashat sich Korum als Bischof von Trier durchaus bewährt. Seine Frömmig-keit war über jeden Zweifel erhaben. Er hat nicht nur den heiligen Rockvon Trier ausstellen lassen, sondern ein Buch über die von diesem bewirktenWunder geschrieben. Er hat sich aber auch bei jeder Gelegenheit als guterdeutscher Patriot bewährt, ganz besonders im Weltkrieg. Er war innigbefreundet mit meinem Freunde, dem Landwirtschaftsminister und nach-herigen Oberpräsidenten der Rheinprovinz , dem ausgezeichneten FreiherrnKlemens von Schorlemer-Lieser. Um die Beilegung des Trierer Streitfallshatte sich außer dem Kardinal Kopp auch Herr Spahn bemüht und ver-dient gemacht. Kardinal Kopp hatte schon vor dem Trierer Schulstreitanläßlich eines von einem Zentrumsblatt gegen mich gerichteten Angriffsmir aus Rom geschrieben: „Des Papstes wie des Kardinal-Staatssekretärsund der leitenden vatikanischen Kreise sind Sie ganz sicher. Hier ist dasVertrauen zu Ihnen unerschütterlich, und weder die Polen noch die Jesuiten werden die Kurie dazu bringen, auf Ihren Weg Steine zu legen. Die BischöfePreußens blicken auf Eure Exzellenz mit vollstem Vertrauen als den Horteiner paritätischen Staatsverwaltung." Um dieselbe Zeit sagte Leo XIII .zu einem katholischen Beamten des Auswärtigen Amts, dem LegationsratFreiherrn von Schauenburg, der anläßlich seiner Hochzeitsreise vom Papstin Privataudienz empfangen wurde, am Ende der Audienz: „Et n'oubliezpas de saluer mon ami, le chancelier Bülow."
Wenige Tage nach der Trierer Debatte saß ich bei einem Diner im Berliner Schloß der Kronprinzessin Luise von Sachsen gegenüber. Sie gefiel mirnicht nur durch ihre reizende Erscheinung, sondern auch durch Liebens-würdigkeit und lebhafte Konversation. Traurig stach von der hübschenFrau ihr Gemahl ab, der damalige Kronprinz Friedrich August, dem nicht