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DAS METZER DOMTOR
regierte, könnte er nur mit vollster Anerkennung bestätigen. Er habe MeineRegierungszeit mit Interesse beobachtet und verfolgt und mit hoher Freudeerkannt, daß Ich Meine Herrschaft auf der Basis eines absoluten Christen-tums aufgebaut hätte und von so hohen religiösen Grundsätzen geleitetwürde, daß er nicht anders könne, als den Segen des Himmels für Mich,die Dynastie und das Deutsche Reich zu erflehen und ihn Mir zu erteilen.Ich: Ich bedankte Mich für diese freundliche Segenserteilung mit dem Be-merken, sie werde Mir gewiß für Mein zukünftiges Leben nur heilbringendwirken, worauf Ich mein Lebtag sehr stolz sein würde. Er: Wir haben durchgegenseitiges Entgegenkommen die kleine Straßburger Affäre zur Zu-friedenheit erledigt; es waren kleine Schwierigkeiten zu überwinden, diesich leicht haben begleichen lassen. Die Straßburger Geistlichkeit habe jaallerdings Opposition gemacht; aber um Unser Entgegenkommen zu be-lohnen, habe er doch die Sache in Ordnung gebracht und hoffe, daß Ichdamit zufrieden sei. Ich: Ich wäre zu tiefem Dank verpflichtet und glaubtebestimmt, daß die Geistlichkeit einen großen Nutzen daraus ziehen würde,so daß auch sie den Vorteil dieser Abmachung bald empfinden werde. Er:Monsieur Hertling hätte sich große Mühe dabei gegeben und ebenso ,ce treseher Cardinal Kopp'. Das sei ein Mann, auf den könnten Wir Uns beide ver-lassen, weil er offen und wahr sei und einem immer die Dinge vortrage, wiesie wirklich lägen. Er freue sich immer, ihn zu sehen, und Ich könnte ihmruhig vertrauen, er sei ein treuer Untertan. Ich: Der Kardinal erfreute sichMeiner höchsten Wertschätzung, er trage stets dazu bei, schwierige Punkteauszugleichen und Gegensätze zu überbrücken. Ich hielte große Stücke aufihn. Ich würde wohl bald Gelegenheit haben, ihn zu sehen. Das MetzerDomtor, von dessen Neuaufbau Seine Heiligkeit gehört haben werde,werde in solenner Weise nach Meiner Rückkehr enthüllt. Seiner HeiligkeitEinverständnis vorausgesetzt, würden der Kardinal Kopp und der Erz-bischof von Köln als Testes solemnes zu der Feier geladen werden, welcheder vortreffliche Bischof Benzler in Person leiten würde. E r: Er habe davongehört, freue sich sehr auf die Photographie und daß der Bischof Benzlerin Metz so gut eingeschlagen sei. Ich: Ich danke herzlich für diesen Mann,den Seine Heiligkeit ernannt habe, der der Mann an der richtigen Stellesei, sich großer Popularität erfreue und das Ansehen des Bischofsstuhlswesentlich gehoben habe, da sich eine lange Vakanz für den Sprengelnachteilig zu erweisen begonnen habe und Ich im Interesse Meiner katholi-schen Untertanen solche Vakanzen vom rebgiösen Standpunkt aus fürbedauerlich hielte, da die religiösen Bedürfnisse der Gemeinden darunterlitten. Er: Auch hieraus ersehe er Meine stete Sorge um die Erhaltung derReligiosität im Volk. Ich: Als besondere Ehre für die Diözese Metz schlügeIch Seiner Heiligkeit vor, ob er nicht bei der Feier durch den Kardinal Kopp