ENTSCHULDIGUNGEN
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entgegenzutreten. Er habe geglaubt, es komme darauf an, angesichts der(von Seiner Majestät und Tirpitz abgewiesenen) Versuche von Haidaneund Lloyd George , zu einer Vereinbarung über Einschränkungen der See-rüstungen zu gelangen, die englische Stimmung uns gegenüber „ä toutprix" zu besänftigen, und daß es deshalb gerechtfertigt sein könnte,nach altem Bismarckschem Prinzip zur Erreichung des Hauptziels, derBesserung unserer Stellung zu England , alle anderen Rücksichten, nament-lich diejenigen auf Frankreich und Rußland , einstweilen beiseitezustellen.Er habe auch der Versicherung des nominellen englischen VerfassersWortley, daß der Artikel in England gut wirken werde, glauben müssen.Es hätte ihm an durchschlagenden Gründen gefehlt, um der AuffassungSeiner Majestät entgegenzutreten. Er hätte angenommen, daß eine Äuße-rung über die Opportunität der Veröffentlichung von ihm gar nicht ver-langt worden wäre. Einzelne Stellen auszumerzen wäre nicht möglich ge-wesen, weil das Ganze eine „streng einheitliche Argumentation" gewesensei. Insbesondere sei der Passus über den von Seiner Majestät ausge-arbeiteten Feldzugsplan unentbehrlich gewesen als „Kulmination derganzen Beweisführung". Der Unterstaatssekretär Stemrich und der Staats-sekretär von Schön hätten doch den von ihm, Klehmet, entworfenenBericht ohne jede Änderung gezeichnet. Er habe sich auch gesagt, daß dieAuthentizität der in dem Artikel angeführten kaiserlichen Ausführungengar nicht zu bestreiten wäre, daß eine Veröffentlichung dieser Äußerungen,auch wenn Seine Majestät die Veröffentlichung ablehne, doch von andererSeite erfolgen würde und daß es würdiger wäre, wenn Seine Majestät sichjetzt sogleich zu seinen Auslassungen bekenne, als wenn er später dazu ge-zwungen würde. Die Verbreitung des Artikels des „Daily Telegraph "durch Wolffs Büro sei ohne Rückfrage bei ihm und beim Reichskanzlerauf Weisung des Geheimen Rats Hammann erfolgt. Der vorletzte Satzwar richtig. Es war in der Tat zweifellos, daß die gegenüber so vielen Eng-ländern, vor so vielen Zuhörern aus allen Kreisen von Seiner Majestät inpointierter Form, mit Nachdruck und Bestimmtheit gemachten und immerwiederholten Ausführungen derartig sensationeller Natur in irgendeinerWeise in die Öffentlichkeit gelangt wären. Es war auch zutreffend, daßwegen der Verbreitung des „Daily-Telegraph "-Artikels durch Wolffs Büroweder bei Klehmet noch vor allem bei mir angefragt worden war. Holstein,der den Menschen, mit denen er sich überworfen hatte, gern alles Schlechtenachsagte, wollte mich bis an sein Lebensende davon überzeugen, daßHammann meine Ermächtigung zur Verbreitung des „Daily-Telegraph "-Artikels durch Wolff in böser Absicht nicht eingeholt habe, um mir auf dieseWeise Ungelegenheiten zu bereiten. Ich möchte eher annehmen, daß es sichum eine Bummelei des bisweilen bummeligen Hammann handelte.