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3 (1931) Weltkrieg und Zusammenbruch
Entstehung
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DIE KUNDGEBUNGEN ZU BÜLOWS RÜCKTRITT

(Zu Seite 10 des vorliegenden Bandes)

Bei meinem Rücktritt bereitete mir besondere Genugtuung die Adressedes Bundesrats, der von meinem Scheiden aus der Stellung des Kanzlers Adresse desund damit aus dem Vorsitz des Bundesratsmit tiefem Bedauern" Kenntnis Bundesratsnahm.Zwölf Jahre hat der Bundesrat sich Ihrer Leitung erfreuen dürfen.Diesen ganzen Zeitabschnitt durchzieht die von Erfolgen gekrönte Wirksam-keit, welche Eure Durchlaucht als Berater Seiner Majestät des Kaisers aufdem Gebiet der auswärtigen Politik, in der Ordnung der deutschen Wirt-schaftsverhältnisse und Handelsbeziehungen und in der inneren Gesetz-gebung entfaltet haben, nicht minder die sorgliche Pflege, die Sie denInteressen aller Bundesstaaten angedeihen ließen. Wenn sich jetzt dasBand gemeinsamer Arbeit löst, so geleitet Euer Durchlaucht das Bewußt-sein, daß die glänzende Periode Ihres Schaffens und Kämpfens bei demBundesrat, der Ihnen seinen ehrerbietigsten Abschiedsgruß darbringt, indankbarem Gedächtnis bewahrt bleibt."

Alle deutschen Bundesfürsten ohne Ausnahme sprachen mir ihr tiefesBedauern über mein Scheiden und uneingeschränkten Dank für mein amt- Bundes-liches Wirken aus. Der damals schon achtundachtzigjährige Prinzregent forsten undLuitpold von Bayern schrieb mir, daß die Nachricht meiner Entlassung Bundes 'aus dem Amt des Reichskanzlers ihn mit aufrichtigem Schmerz erfülle: resierun £Ich weiß wohl", hieß es weiter in seinem Brief,die ausgezeichnetenDienste zu schätzen, die Sie Kaiser und Reich während vieler Jahre inaller Hingebung geleistet haben. Mit der Achtung vor den Rechten derBundesstaaten haben Sie stets volles Verständnis für die Interessen undAnliegen der Einzelstaaten, insbesondere auch Bayerns, verbunden."König Wilhelm von Württemberg schrieb mir aus seinem Schloß Fried-richshafen am Bodensee :Anläßlich Ihres von mir lebhaft bedauerten Aus-scheidens aus dem Dienste des Reichs ist es mir ein besonderes Bedürfnis,Eurer Durchlaucht als deutscher Bundesfürst meinen aufrichtigsten undwärmsten Dank auszusprechen für das, was Sie in einer an Erfolgen reichen,glänzenden Laufbahn als erster Beamter des Reichs zur Wohlfahrt desdeutschen Vaterlandes und seiner Glieder gewirkt haben, und nicht minderfür die meiner Regierung betätigte bundesfreundliche Gesinnung. Indem

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