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3 (1931) Weltkrieg und Zusammenbruch
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HAMBURG

Der Großherzog Ernst Ludwig von Hessen telegraphierte:Es drängtmich, Ihnen meinen Dank für die ausgezeichneten Dienste auszusprechen,die Sie unserem Vaterlande geleistet haben. Möge Ihnen beschieden sein,noch lange Jahre die Früchte Ihrer erfolgreichen Lebensarbeit zu genießen."Der Großherzog von Weimar sprach sein lebhaftes Bedauern darüber aus,daß ich von der Leitung des hohen Amts zurückgetreten wäre, das ichwährend einer langen Reihe von Jahrenzum Teil unter recht schwierigenVerhältnissen" zum Heil und Segen des Deutschen Reichs verwaltet hätte,und unterzeichnet alsEurer Durchlaucht stets sehr wohlgeneigter". Auchder dreiundachtzigjährige Herzog Georg von Sachsen-Meiningen, der ver-dienstvolle Gründer des unter ihm von Ludwig Chronegk geleiteten Hof-theaters, der nicht durch seine Schuld mit Kaiser Wilhelm II. auseinander-gekommen war, dankte mir in warmen Worten für die langjährige, ver-dienstvolle Wirksamkeit, die ich für das Wohl und zur Ehre des DeutschenReichs entfaltet hätte. Der Herzog von Sachsen-Altenburg dankte mirbesonders für das hohe Verständnis, das ich bei der Leitung der Reichs-geschäfteauch unter schwierigen Verhältnissen" in ausgleichendem Ge-rechtigkeitssinn stets betätigt hätte, und hoffte, daß das freudige Bewußt-seintreuer und ritterlich erfüllter höchster Pflichten" noch lange meinenLebensabend verschönen möge. Der Fürst von Lippe-Detmold danktenicht nur für dieunschätzbaren Dienste", die ich unserem deutschenVaterlande geleistet hätte, sondern auch für die wertvolle Unterstützung,die ich ihm und seinem Ländchen in schwerer Zeit entgegengebracht hätte,und unterzeichnet alsIhr dankbar verbundener". Auch der Fürst vonWaldeck hob hervor, daß ich oftunter den schwierigsten Verhältnissen",abermit weiser Umsicht" die Geschäfte geführt hätte, und betonte diemir in Deutschland allseitig" entgegengebrachte Verehrung und Dank-barkeit. Selbst der Fürst von Schaumburg-Lippe, der in dem Streitzwischen Schaumburg-Lippe und Lippe-Biesterfeld unterlegen war, betontein seinem Schreiben an mich, daß ich in meiner Amtszeit für das Deutsche Reich und die Bundesstaaten Großes und Verdienstvolles geleistet hätte,daß die deutschen Fürsten und Völker mir zu großem Dank verpflichtetwären, daß sie meiner stets mit ehrender Dankbarkeit gedenken würden,und wünschte mirlangjährigen und ungetrübten Genuß der ehrenvoll ver-dienten Ruhe".

Aus Hamburg schrieb mir der Bürgermeister Burchard, der Senatseiner Vaterstadt habe die Kunde von meinem Rücktrittmit lebhaftestemBedauern" und in der Überzeugung entgegengenommen, daß mir für meinlangjähriges und auf den verschiedensten Arbeitsgebieten erfolggekröntesWirkender tiefempfundene Dank des Vaterlandes" gebühre. Insonderheitwerde die Geschichte einst rühmend hervorheben, daß bei meinem Scheiden