Druckschrift 
3 (1931) Weltkrieg und Zusammenbruch
Entstehung
Seite
367
Einzelbild herunterladen
 

DR. BREUER CURTI

367

pour Vous, mais aussi par la conviction que la politique de M. de Bulowetait aussi utile aux interets generaux de la Civilisation qu'aux interetsspeciaux de l'Allemagne. Beaucoup de mes compatriotes en jugent autre-ment que moi et croient que la politique du Chancelier etait etroitementnationale et inspiree par des sentiments hostiles ä la France et ä l'Angleterre.J'ai toujours soutenu vis-ä-vis des amis qui pensaient ainsi que si M. deBulow, comme c'etait son devoir, mettait les interets permanents del'Allemagne au premier rang de ses preocoupations, il regardait le maintiende la paix cornme le premier de ses interets et considerait les bons rapportsde la France avec l'Allemagne comme necessaires au maintien de la paix.Bien loin qu'il ait jamais cherche ä troubler ces rapports, je suis persuadeque son action personelle a toujours tendu ä eviter les imprudences quipouvaient la compromettre. Mais toute politique ä part, car chaque payset chaque ministre a le droit d'entendre ses devoirs ä sa maniere, nousavons constamment pense ä vous pendant cette crise, souffrant pour Vousde ce qu'elle a pu avoir de penible, et nous nous sommes aussi rejoui queM. de Bulow puisse apres ces annees de dur et utile labeur jouir d'un reposbien merite."

Im Auftrage der Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxenJudentums, dem, wie vordem mein sehger Vater in dem kleinen Groß-herzogtum Mecklenburg-Strehtz, so auch ich in größerem Wirkungskreisfreundlich gegenübergestanden hatte, richtete der Babbiner Dr. Breuer Dr. Breuerdas nachstehende Telegramm an mich:In dem Augenblick, da EuerDurchlaucht nach jahrzehntelangem rastlosem Wirken für das Vater-landswohl Ihre öffentliche Tätigkeit abschließen, ist es uns Herzensbedürf-nis, im Namen der von uns vertretenen religiös-konservativen JudenheitDeutschlands für das von Euer Durchlaucht unseren rebgiösen Interessenbetätigte Wohlwollen aufrichtigen Dank auszusprechen. Insbesonderegedenken wir mit inniger Dankbarkeit jener unserem zweiten Vorsitzendenim vorigen Jahre in Norderney in liebenswürdiger Weise bezeigten Würdi-gung unseres bedeutungsschweren rebgiösen Anliegens in Sachen derSonntagsruhe. Wir haben diesen gegenwärtig in Norderney weilendenzweiten Vorsitzenden beauftragt, diese dankbaren Gesinnungen und diewarmen Segenswünsche der gesetzestreuen Judenheit für Euer Durch-laucht ferneres Ergehen persönlich zum Ausdruck zu bringen."

Der Chefredakteur derFrankfurter Zeitung", Theodor Curti , schriebmir:Der Unterzeichnete kann sich nicht versagen, es auszusprechen, wie Theodorsehr er Ihren Bücktritt von dem hohen Amte bedauert. Eine Zeitlang Curtiwollte es scheinen, als manifestiere sich in weiten Schichten des deutschenVolkes über die Klüfte der Parteiung hinweg ein starkes Verlangen nachVermittelung und Verständigung, das zu einem freieren Begime führen