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4 (1931) Jugend- und Diplomatenjahre
Entstehung
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XII. KAPITEL

Die Schlacht von Sedan Napoleon III. sendet Prinz Jerome nach Italien Der Wider-stand Frankreichs unter Gambetta Vergleich mit dem deutschen Zusammenbruch 1918Belgien : Bismarcks Veröffentlichung in derTimes" über französische Anerbietungenan ihn auf Kosten Belgiens Wirkung der Publikation auf die öffentliche Meinung inEuropa, besonders in England Bethmann Hollweg vierundvierzig Jahre später Berlin im Oktober 1870 Erste Begegnung mit Holstein Die Familie Bismarck Zurück

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Dank der Tatkraft und der nichts versäumenden, alles berechnendenVoraussicht des leitenden Staatsmannes konnte der Schlachtenlenker Der ToastMoltke seine kühnen Pläne ausführen. Der schönste Sieg der deutschen WilhelmsGeschichte, der Sieg von Sedan, wurde König Wilhelm und dem deutschenVolke beschieden:

Nun laßt die GlockenVon Turm zu TurmDurchs Land frohlockenMit Jubelsturm!Des FlammenstoßesGeleucht facht an!Der Herr hat GroßesAn uns getan,Ehre sei Gott in der Höhe!

So sang Emanuel Geibel, der Sohn der alten Hansestadt Lübeck , der intrüber und stumpfer Zeit, oft nicht verstanden, bisweilen verhöhnt undgeschmäht, das heilige Vestafeuer deutscher Vaterlandsliebe gehegt undgenährt hatte. Am Abend von Sedan brachte unser alter König Wilhelmden kürzesten und inhaltsreichsten, den bescheidensten und stolzestenTrinkspruch aus, den ich kenne und der tragisch absticht gegen dieFanfarentöne, in denen sich der Enkel des alten Herrn auch bei unbeträcht-lichen Anlässen gefiel. Sich zu Bismarck, Moltke und Roon wendend, hober das Glas mit den Worten:Sie, Kriegsminister von Roon, haben unserSchwert geschärft, Sie, General von Moltke , haben es geführt, und Sie,Graf von Bismarck , haben seit Jahren durch die Leitung der Politik