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4 (1931) Jugend- und Diplomatenjahre
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WERKY

so gut wie unmöglich, ihn zu etwas zu bringen, was ihm widerstrebt. Erweicht aus wie ein kleiner Vogel, der sich nicht fangen läßt.

Die Gemahlin des Fürsten Chlodwig Hohenlohe, die Fürstin Marie, warFürstin Marie eine originelle Frau. Sie war die einzige Tochter des Fürsten Ludwig vonHohenlohe Sayn-Wittgenstein aus dessen erster Ehe mit der Tochter des Fürsten Dominikus Radziwill, Ordinats von Olyka, Nieswicz und Mir. Wie diese Ehezustande kam, war bezeichnend für die Regierungsweise des KaisersNikolaus I. Der Zar wünschte nicht, daß der ungeheure Grundbesitz desFürsten Radziwill in polnischer und katholischer Hand bliebe. So erschiener plötzlich und unvermutet auf dessen Schloß Werky in Litauen.Du hasteine einzige Tochter, sprach er zum Fürsten . Ich bestimme sie meinemGeneraladjutanten Wittgenstein zur Gemahlin, der im dritten Wagenhinter mir sitzt. Die Hochzeit kann in drei Wochen stattfinden, und ichwerde die Gnade haben, ihr beizuwohnen. Umsonst stammelte der er-schrockene Pole, dem die Heirat mit einem Deutsch-Russen und Protestan-ten in keiner Weise paßte, einige verlegene Ausflüchte. Nikolaus I. duldetekeinen Widerspruch. In seinem Eeisein wurde die Ehe geschlossen, deraußer dem späteren russischen Generaladjutanten, dem Fürsten PeterWittgenstein, die Fürstin Marie Hohenlohe entstammte. Sie durfte derkatholischen Konfession der Mutter folgen, der Sohn mußte Protestantwerden. Er wurde ein in St. Petersburg, Paris und Nizza gleich bekannterLebemann allergrößten Stils, um dessen Erbe, die große litauische Herr-schaft Werky, Fürst Chlodwig Hohenlohe am russischen Hofe und imPetersburger Ministerium des Innern viele Jahre mit heißem Bemühengekämpft hat. Die Fürstin Marie wargrande dame bis in die Finger-spitzen, auch darin, daß sie sich aus dem Urteil der Welt und der gesell-schaftlichen Konvention gar nichts machte. Ihre einzigen Passionen warendie Jagd und die Homöopathie. Sie schoß auf Gemsen, sie schoß noch lieberauf Wölfe und am liebsten auf Bären. Sie hat in ihrem Leben mehr Bärenzur Strecke gebracht als mancher berühmte Petersburger Bärenjäger. Aufeiner Gemsenjagd war sie einmal in eine Felsspalte gefallen und erst nachmehreren Stunden, mit blauen Flecken und blutigen Schrammen amganzen Leibe, mit Seilen mühsam herausgezogen worden. Auf der Bären-jagd war sie wiederholt in ernster Lebensgefahr gewesen. Sie fuhr oft ineiner Tour von Paris und später von Straßburg nach Litauen, um einenBären zu schießen, der ihr telegraphisch signalisiert worden war.

Nicht ganz so großen Genuß wie die Jagd, aber auch viel Vergnügenbereitete ihr die homöopathische Behandlung von Kranken, die sich ihranvertrauten. In Schillingsfürst und in Aussee im Salzkammergut , wo sieeine sehr originell, aber reizend als Bauernhaus eingerichtete Villa besaß,mußten sich Einheimische und Kurgäste von ihr behandeln lassen. Sie hat