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Vergleichende Statistik der Eisen-Industrie aller Länder und Erörterung ihrer ökonomischen Lage im Zollverein / von Wilhelm Oechelhäuser
Entstehung
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den (Eisenerzen) erst eine Verbindung des Eisens mit Kohlen-stoff (Roheisen) herzustellen und diesen erst durch einen zweitenProzeß wieder daraus zu entfernen und das Eisen rein darzu-stellen.

Beim Frischen muß nun, ähnlich wie bei der Roheisener-zeugung, die Holzkohle allmählig der Steinkohle weichen; jedochhat hier der Uebergang auf ein anderes Brennmaterial zugleichzu einer ganz verschiedenen Frischmethode geführt. Obgleich dieAnwendung der einen wie der anderen Methode nicht nothwen-dig von der Anwendung dieses oder jenes Brennmaterials be-dingt ist, so wird doch jene vorzugsweise die Holz kohlen fri-scherei, diese die Steinkohlenfrischerei genannt. Letzterewird in England fast ausschließlich angewandt und in Belgien ,Frankreich und den Vereinigten Staaten , desgleichen auch inPreußen, ist sie bereits weit überwiegend. Im übrigen Deutschland dagegen behauptet noch die Holzkohlensrischerei das Uebergewichtund in allen anderen Ländern haben die Steinkohlen noch kaumbegonnen den Holzkohlen den Rang streitig zu machen.

Die Holzkohlenfrischerei (auch Heerdfrischerei) geht im so-genannten Frischfeuer vor sich, einem offenen Heerdfeuer, demdurch Blaöbälge oder Cylindergebläse der nöthige Wind zuge-führt wird. Das Roheisen, von den Holzkohlen umgeben, wirdhierbei vor dem Winde eingeschmolzen und zwar ganz allmählig,so daß die Gebläseluft auf jeden Tropfen des schmelzenden Eisenseinwirken und ihm den Kohlenstoffgehalt entziehen kann. Dieunten im Heerd sich bildenden Eisenklumpen Luppenwerdennoch mehrfach der Einwirkung der Gebläseluft ausgesetzt, hieraufunter den Hammer gebracht, dann abermals erhitzt und zuletztzu Stäben ausgereckt. Das unter dem Hammer dargestellteStabeisen heißt vorzugsweise Schmiede-Eisen, zum Unter-schied von dem Walzeisen.

Die Konstruktion der Heerde, die Behandlung des Eisensim Feuer, die Größe der gebildeten Luppen u. s. w. differirenvielfach. In Frankreich insbesondere unterscheidet man die me-tnoäe eomtoisö, gllemsnäe, ekampönoiss") und iwurgmAnonne.

") Auch in der Steinkohlenftischcrci giebt cs eine melliocts clismpe-nvise, die hiervon übrigens vollständig abweicht.