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Vergleichende Statistik der Eisen-Industrie aller Länder und Erörterung ihrer ökonomischen Lage im Zollverein / von Wilhelm Oechelhäuser
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(z. B. in Süddeutschland, Oesterreich), bei Torf (Schweiz ,Würtembcrg, Oesterreich, Harz), ja selbst bei Gasen, Letz-teres ward zuerst in Wasseralfingen (Würtembcrg) bei dendem Hochofen entweichenden Gasen durch Faber du Faur zu praktischer Anwendbarkeit gebracht, wenn es auch be-reits 1812 durch Aub ertöt versucht worden war. Häufigerhat man jedoch in letzteren Jahren die aus Steinkohlen, Torf,Holz, Braunkohlen u. s. w. in besonderen Generatoren erzeugtenGase benutzt; namentlich ist man in Deutschland mit diesen Ver-suchen vorangeschritten, deren vollständiges Gelingen für dieEisenindustrie vieler Gegenden die entschiedenste Wichtigkeithaben und sie zur Concurrenz mit dem Steinkohlenbetrieb in Standsetzen wird.

So wenig als die Steinkohlenfeuerung, so wenig haben auchdie Walzwerke einen nothwendigen Zusammenhang mit der Pudd-lingfrischerei. So sehen wir einerseits (namentlich in Frank-reich, Süddeutschland, Oesterreich, der Schweiz u. s. w.) Walz-werke mit Holzkohlenfnscherei verbunden, anderseits aber in nochweit größerem Umfange die Steinkohlenfrischerei ohne Walzwerkeauftreten. Unter der Benennung mölkods ekgmsisnoiss wirdnamentlich in Frankreich und in Deutschland (im Siegnischen,Luremburg u. s. w.) die Puddlingfrischerei in ziemlich großemUmfange in Verbindung mit Kleinfeuern (statt Schweißvfen) undHammerwerken (statt der Walzwerke) betrieben, deren Erzeugnis!dem Walzeisen etwas vorgezogen und insbesondere zu Blech,Draht und Eisenwaaren verwandt wird. Ueberdieß mußtenallerorts die Hämmer zur Darstellung solcher sayonirter Gegen-stände beibehalten werden, deren Form sich nicht durch dasWalzen erreichen läßt. Die von Nasmyth erfundenen Dampf-hämmer haben diesem Theil der Eisenindustrie eine sehr wesent-liche Verbesserung zugeführt; man wendet dieselben auch häufigals Luppenhämmer an.

H. 5. Die eigentliche Eisenindustrie im engeren Sinne schließtmit der Erzeugung von Roh-, Guß- und Stabeisen ab. Wirmüssen jedoch schließlich noch der Stahlfabrikation erwähnen.Der Stahl ist seiner chemischen Beschaffenheit nach ein Eisenmit einem Kohlenstoffgehalt, der zwischen dem des Gußeisensund des gefrischten Eisens (das eigentlich ganz kohlenstofffrei