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48^ zum ersten Mal von Seiten der Königl. Bergwerks- undSalinen-Administration eine genaue Statistik der Eisenerzeugungnach dem Schema der preußischen aufgestellt worden; über diefrüher stattgefundene Produktion eristiren keine vollständig zuver-lässigen Mittheilungen.
Sowohl die Erzeugung als Weiterverarbeitung des Eisensfinden sich in Baiern sast über daS ganze Gebiet zersplittert,nirgendwo aber zu einem bedeutenden Umfang concentrirt. Imeigentlichen Baiern, rechts des Rheins, besteht das Schmelzma-terial hauptsächlich aus braunen und rothen Thoneisensteinen, diein der Regel ziemlich arm sind und 33 Prozent Eisengehalt nichtüberschreiten. Ueberhaupt hat Baiern keinen Ueberfluß an Ei-senerzen. Die stärkste Produktion findet in den BergrevierenBergen in Oberbaiern und Königshütle in der Oberpfalz unddemnächst in Steben im Obcrmainkreis, sowie in Oberfranken Statt, während alle übrigen Bezirke, darunter auch Ober- undNiederbaiern, ebenfalls einige Hüttenanlagen besitzen. In derOberpfalz, namentlich bei Amberg und am Fichtelgebirge, eristirenauch noch viele Blauösen. Im Allgemeinen haben die meistenOefen in Baicrn rechts des Rheins sehr geringe Dimensionenund werden schwach betrieben. Nur eine verhältnißmäßig kleineZahl, darunter z. B. das ärarische Werk Bergen und das Her-zoglich Leuchtenbergische Werk Eichstädt, sind den technischen An-forderungen der Neuzeit entsprechend eingerichtet.
Im Fichtelgebirge und an der Grenze gegen Thüringen findet auch einige Rohstahleisenerzeugung Statt.
In der baierischen Pfalz, links des Rheins, ist zwar dieZahl der Hochöfen klein, dieselben sind jedoch von weit größererProduktionsfähigkcit und sehr gut eingerichtet. Hier werden,außer mageren Thoneiscnsteinen, meistens nassauische Rotheisen-steine verhüttet; auch Erze aus dem Großherzogthum Hessen .
Das Brennmaterial bestand bisher in ganz Baiern aus-schließlich aus Holzkohlen; jedoch hat es in letzterer Zeit dieLudwigshafen -Saarbrücker Eisenbahn den meisten Hochöfen inder Pfalz möglich gemacht, auf Coaks oder gemischtes Brenn-material überzugehen.