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§. 18. Die Eisenproduktion des Großherzogthums hat ih-ren Hauptsitz in der Provinz Oberhessen und insbesondere indem sogenannten hessischen Hinterland (Regierungsbezirk Bieden-kopf). Oberhessen hatte 1834 fünf, 1842 sieben und seit 1846acht Hochöfen, von denen indeß seit 4 Jahren nur 5 bis höchstens6 in Betrieb sind. Die Werke liegen sämmtlich nicht weit vonder nassauischen Grenze und ein großer Theil der vorzüglichenund reichen Roth- und Brauneisensteine, welche die hauptsäch-liche Beschickung der hessischen Hochöfen bilden, kommt von denGruben dieses Herzogthums. Selbst die weit davon entferntliegenden beiden Hochöfen der Provinz Starkenburg, bei Michel-stadt im Odenwald gelegen, verhütten zu ^ nassauische Erze,trotz der enormen Frachtbelastung, die bis zum fünf-, sechsfachendes Haldenpreises der Erze steigt; das übrige Drittel besteht ausThoneisensteinen des Odenwaldes.
Die hessischen Hütten werden sämmtlich bei Holzkohlen be-trieben; sie sind fast ohne Ausnahme vorzüglich eingerichtet undwerden sehr gut betrieben. Mehrere davon, namentlich die Lud-wigs- und Hizenhainer Hütte, sind mit Maschinenfabriken ver-sehen. Die Hirzenhainer und Friedrichshütte, nebst den obenim preußischen Kreise Wetzlar erwähnten Hochöfen und mehrerenHütten- und Hammerwerken im Nassauischen sind im Besitz der-selben Firma (I. W. Buderus Söhne), die demnach zu denstärksten Eisenproduzenten des Zollvereins gehören.
Das Fabrikat der hessischen Eisenwerke genießt gleichen Rufwie die angrenzenden nassauischen und siegenischen Eisendistrikte.Die Erzeugung von Gußwaaren aus Erzen ist seit längerenJahren von gleichem Umfang geblieben; der Fortschritt der Pro-duktion kommt auf Roheisen zum Verfrischen, das meistens nachden Puddlingwerken des Nuhrkohlenreviers verführt wird. Diegroße Entfernung von diesem Revier und die mangelnden Com-municationsmittel zum Bezug von Steinkohlen bilden das größteHinderniß einer weiteren Entwicklung der hessischen Eisenindustrie.Neber den Umfang der gesammten hessischen Eisenerzeugung ste-hen uns nur von 2 Jahren, 1840 und 1847, genaue Nach-weisungen von sämmtlichen Eisenwerken zu Gebot, die 1848 aus