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Vergleichende Statistik der Eisen-Industrie aller Länder und Erörterung ihrer ökonomischen Lage im Zollverein / von Wilhelm Oechelhäuser
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Die britische St ab eisen Produktion stieg in gleichem Ver-hältniß wie die Roheisenerzeugung. 1843 ward sie auf 800,000Tons geschätzt; für 18«^ ist sie zu 900,000 Tons oder 18 Mil-lionen Centner anzunehmen; das übrige Roheisen dient zur Guß-waarenerzeugung, so weit es nicht erportirt wird. In ebensokolossalem Maaßstabe entwickelten sich alle übrigen Branchen derEisenfabrikation.

Daß sich bei einem solchen Entwicklungsgange die Stellungder britischen Eisenindustrie zu der des Auslandes gänzlich um-gestalten mußte, liegt auf der Hand. Zm 14. Jahrhundert wardEngland von Spanien und Teutschland mit Eisen versorgt. Im18. Jahrhundert ward Roheisen von den britisch-amerikanischenKolonien (den jetzigen Vereinigten Staaten) und Stabeisen bis zu1^ Millionen Centnern jährlich aus Schweden und Nußlandeingeführt. Wenn aber letztere Einfuhr auch jetzt noch nicht auf-gehört hat, so liegen doch ganz andere Verhältnisse dabei zuGrunde. Damals bedürfte Großbritannien dieser Zufuhren zurBefriedigung seines gewöhnlichen Bedarfs, dem die eigne Pro-duktion bei Weitem nicht genügte. Jetzt dagegen, wo es bis zu18 Million Centner Eisen nach andern Ländern ausführt, beziehtes nur von jenen nordischen Staaten bestimmte Qualitäten, diees selbst nicht erzeugt. Namentlich dienen ihm das schwedischeund demnächst das russische Eisen als Grundlage seiner berühm-ten Gußstahlfabrikation.

Die Eiseneinfuhren haben in Summa betragen:*)

1806 . .

. 27,411 Tons.

1842 . .

. 14,741 Tons.

1823 . .

. 9,667 -

1843 . .

. 12.069 -

1825 . .

. 14.977 -

1844 . .

. 21,599 -

1828 . .

. 13.984 -

1845 . .

. 30,840 -

1835 . .

. 17,571 -

1846 . .

. 30,539 -

1836 . .

. 18,920 -

1847 . .

. 28,264 -

1840 . .

. 13,263 -

1848 . .

. 20,437 -

1841 . .

. 17,653 -

1849 . .

. 26.537 -

Diese Einfuhr besteht in letzteren Zeiten fast ausschließlichaus schwedischem und russischem Schmiedeeisen zur Gußstahlfabri-kation, so daß also die gestiegene Einfuhr mit deren Fortschritt

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