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Vergleichende Statistik der Eisen-Industrie aller Länder und Erörterung ihrer ökonomischen Lage im Zollverein / von Wilhelm Oechelhäuser
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bezweifelte ferner, daß die Einfuhr des ausländischen Coaks-eisens das in Qualität so weit abstehende inländische Holzkohlen-eisen verdrängen oder dessen Preise wesentlich Herabdrücken könne;sie betrachtete endlich die damalige Lage des ausländischen Eisen-geschäfts als eine nur vorübergehende Krise, wie solche von Zeitzu Zeit bei jedem Geschäfte vorkämen. Die kontroverse überden ersten Punkt, also über die prinzipielle Zulässigkeit von Eisen-zöllen dauert noch heute fort. Was dagegen den zweiten unddritten Punkt betrifft, so wird heut zu Tage Niemand mehr ge-neigt sein, jene Behauptungen zu vertreten, indem eine zehnjäh-rige Erfahrung sowohl die Abhängigkeit unserer Preis- und Ab-satzverhältiiisse von dem schottischen und belgischen Eisenmarkt,als auch namentlich dargethan hat, daß bei Preisen, wie sie da-mals bestanden, für Schottland von keiner Krise im Eisengeschäftdie Rede sein konnte. Denn in den 10 Jahren seit 1842 habendie schottischen Preise nur 3^ Jahre lang, von Mitte 1844 bis Ende

1847 höher, dagegen von 1843 bis Mitte 1844 und wieder von

1848 ab bis gegenwärtig, also 6^ Jahre lang, noch niedrigergestanden als zur Zeit jener Konferenz, und fand dabei nochdie großartigste Erweiterung der dortigen Produktion statt,ein Beweis, daß der Betrieb bei diesen Preisen noch lohnendwar. Ein Minoritäts-Erachten der Königlichen Kommission sahdiese Entwicklung schon damals richtig voraus und beantragteeinen Roheisenzoll von 10 Sgr. pro Centner.

Dem Majoritätserachten gemäß stimmte Preußen gegen dieEinführung des Roheisen- und Erhöhung des Stabeisenzolls,als diese Fragen im Herbste desselben Jahres auf der fünftenGeneral-Konferenz zu Stuttgart zum ersten Mal zur Verhandlungkamen. Würtemberg, Baden, Churhessen und Nassau , unter Bei-tritt mehrerer thüringischen Staaten, beantragten einen Roheisen-zoll von 15 Sgr., Sachsen und Großherzogthum Hessen von 10Sgr. pro Centner. Braunschweig und Baiern waren mit Preußen dem Roheisenzoll entgegen; eventuell war Baiern bereit, einemSatze von 5 Sgr. seine Zustimmung zu geben. Uebrigens wurdevon Preußen anerkannt, daß eine längere Fortdauer der eingetre-tenen Preisverhältnisse die Auslegung eines Roheisenzolls nöthigmachen werde.

Im Herbst 1843, auf der sechsten General-Konferenz zu