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dem Einzelnen frommt, so kann man konsequenterweise die Sorgefür die materiellen Interessen hiervon nicht ausnehmen.
Nur der Anhänger der Freihandelslehre, welcher die Rich-tigkeit dieser Ansichten über Recht, Pflicht und Befähigung desStaates, und über die Verschiedenheit der Aufgaben des Oeko-nomen und des Staatsmannes prinzipiell einräumt, kann sich über-haupt in einen Streit über einzelne Tariffragen einlassen. DieVertheidigung eines bestimmten Schutzzolles kann also nur sürdie geschrieben sei», welche anerkennen, daß die National-Öko-nomie keine Wissenschaft ist, welche von gegebenen Verhältnissenabftrahiren kann.
Indem wir also auf der einen Seite allen Argumentationenzu Gunsten des Eiseuzolles entsagen, die sich auf die Prinzipiendes Merkaiuilsystems stützen, andererseits aber auch von den Geg-nern verlangen, daß sie die thatsächlich vorliegenden Ver-hältnisse als den Boden anerkennen, auf dem in jeder einzelnenZollsrage der Streit zwischen Freihandel und Schutzzoll zur Ent-scheidung gebracht werden muß, dürfte für die Behandlung dieserein Standpunkt gewonnen sein, auf den auch alle diejenigen Geg-ner folgen können, welche nicht von einer abstrakten Theorie blindeingenommen sind.
Dieser Standpunkt wird sich noch genauer zeichnen, indemwir, die allgemeine Erörterung verlassend, uns zu der vorliegendenFrage selbst wenden.
Wir erkennen die universelle volkswirthschaftliche Wich-tigkeit des Eisens, d. h. des Eisenverbrauchs aufs unum-wundenste an; sie ist so klar, so unbestritten, daß es überflüssigwäre, hierüber nur ein Wort zu verlieren. Wir erkennen serneran, daß eben diese große ökonomische Wichtigkeit des Eisens inerster Ordnung nicht für, sondern gegen die Eisenzölle spricht.Sie rechtfertigen sich nur, wenn sie als absolut nothwendige Be-dingung auftreten, bestehende Besitz- und Erwerbsverhältnisse vorallzu plötzlichen Erschütterungen zu bewahren und sie durch eineEntwicklungsperiode, in welcher durch vereinte Kräfte des Staatsund der Einzelnen die entgegenstehenden Hindernisse beseitigt wor-den, auf eine neue sichere Grundlage hinüberzuführen.
Wir verlangen dagegen, daß man auch von der anderen