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Roheisen hat in den letzten 4 Jahren höchstens Thlr. 1. 45 Sgr.für sein Roheisen erzielt, ein Preis, zu dem nur einzelne, wenigeWerke im Stande gewesen sind, ohne reinen Schaden zu produ-ziren. Dabei stockte der Absatz ganz außerordentlich, so daß dieLage des Distrikts eine der allertraurigsten ist.
Mit dem Saarbrücker Eisendistrikt, dessen Hauptwerke ander Saar und Mosel liegen, gelangen wir nächst Ober-Schlesienund der unteren Ruhr zu dem dritten Steinkohlenrevier in Preußen ,wo Roheisen bei Coaks erzeugt wird und eine großartigere Aus-dehnung dieser Industrie zu erwarten steht. Die Grundlagen derEisenindustrie, wodurch die Selbstkosten bedingt werden, sind hiernicht ungünstiger als in Oberschlesien ; die Coaks sind zwar(trotz der Ermäßigung von etwa 22 Prozent, welche den Hütten-bcsitzern von den Tarpreisen der Königl. Gruben gewährt wird)etwas theurer als dort*), dagegen ist der Verbrauch zur Eisen-erzeugung auch geringer. Für den Coakshüttenbetrieb, der ander Mosel und Saar fast ausschließlich mit Puddlingfrischereiverbunden ist, genügt ein Roheisenzoll von 10 Sgr. vollkommen;erfahrungsmäßig hat sich aber gezeigt, daß das Stabeisen mitdemjenigen nicht zu konkurriren vermag, welches auf den Werkender rheinischen Eisenbahn aus belgischem, nur mit 5 Sgr. besteuer-tem Roheisen dargestellt wurde. Daher auch die verhältnißmäßiggeringe Ausdehnung, welche die Coakseisenerzeugung hier nochgewonnen hat. — Die in den Gebirgen des südlichen Theils derRheinprovinz zerstreut liegenden Eisenwerke mischen gegenwärtigdie Holzkohlen meistens mit Coaks. Ihre Lage ist weit bedräng-ter als die der Coakshütten an der Saar und Mosel, der hohenKohlenpreise und Frachten halber. Allerdings hat in letzterer Zeitdie Eisenbahn von Saarbrücken nach der baierischen Pfalz meh-reren Hütten im Hundsrück wesentliche Vortheile gebracht.
Wir hätten hiermit die gegenwärtigen Produktionsverhält-nisse in den einzelnen Eisendistrikten des Königreichs Preußen er-örtert. Hiernach wechseln in den Selbstkosten von einem Cent-ner Roheisen die Kosten für den Eisenstein von etwa 12 bis zu
') Wir hören (Anfang 18S2), daß das Königl. Preuß. Handelsministe-rium beabsichtige, in der Kürze eine bedeutendere Reduktion der dortigen Koh-lcnpreise eintreten zu lassen.
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